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ICE in einer Wartungshalle (Symbol)

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    Stadtrat spricht sich gegen ICE-Werk in Nürnberg aus

    Der Nürnberger Stadtrat hat sich mit großer Mehrheit gegen ein ICE-Werk im Stadtgebiet ausgesprochen. Das Waldstück müsse als Teil der grünen Lunge der Stadt erhalten bleiben. Die Bahn prüft acht weitere Standorte im Großraum Nürnberg.

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    Von
    • Michael Reiner
    • Jonas Miller

    Seit Monaten gibt es Diskussionen um das geplante und umstrittene ICE-Ausbesserungswerk im Raum Nürnberg. Am Mittwochabend hat sich nun auch der Nürnberger Stadtrat gegen den Standort für das geplante ICE-Werk in den Stadtteilen Altenfurt und Fischbach ausgesprochen. Er ist einer von neun möglichen Standorten im Großraum Nürnberg, den die Bahn derzeit für den Bau eines Instandhaltungswerks für ihre Schnellzüge prüft.

    Heftiger Widerstand aus der Bevölkerung

    Die Bahn benötigt für den Bau rund 35 Hektar Fläche. In den Nürnberger Stadtteilen Altenfurt und Fischbach müsste dafür viel Wald gerodet werden. Deshalb gibt es heftigen Widerstand aus der Bevölkerung. Der Wald erfülle eine wichtige Naherholungsfunktion und sei Teil der grünen Lange für die gesamte Stadt, heißt es in dem Stadtratsbeschluss. Zudem seien die Flächen zu nahe an Wohngebieten gelegen.

    "Wir wollen damit ein Signal geben, dass der Standort in Nürnberg der schlechteste für die Menschen ist." Oberbürgermeister Marcus König (CSU)

    Stadtratsbeschluss richtet sich nicht gegen ICE-Werk an sich

    Zudem fordern die Stadträte den Freistaat auf, die für den Bau benötigten Flächen in den Staatsforsten nicht an die Bahn zu verkaufen. Allerdings wollten sich die Nürnberger Stadträte mit ihrem Beschluss nicht grundsätzlich gegen das ICE-Werk in der Region aussprechen. Das Werk sei wichtig für die Zukunft der Bahn und die Verkehrswende. Außerdem sollen die rund 400 neuen Arbeitsplätze und die Investitionssumme von rund 450 Millionen Euro in der Region bleiben.

    "Wir haben nur für Nürnberg geurteilt", sagte König. Er hoffe aber, dass es gelingt, das Werk an einem anderen Standort in die Metropolregion zu bringen. "Davon profitieren alle, nicht nur die Stadt Nürnberg", so König. Welchen Standort die Stadt Nürnberg favorisiere, sagte König nicht. Von den Bürgermeistern und Landräten an den anderen potenziellen Standorten hatte es zuvor heftige Kritik an dieser Haltung und am Kirchturmdenken der Stadt Nürnberg gegeben.

    Baupläne sorgen seit Jahren für Kritik

    Das geplante ICE-Werk soll laut Bahn zu einem störungsfreien Fernverkehr beitragen. Bei der Verkündung der Pläne sorgte die Meldung in der lokalen Politik für große Freude. Doch die Kritiker erhoben schnell ihre Stimme gegen den geplanten Bau. Vor allem Bürgerinnen und Bürger aus dem infrage kommenden Standort Nürnberg-Altenfurt kritisieren die Pläne.

    ICE-Werk soll 2028 in Betrieb gehen

    Die Bahn will auf einem 3,2 Kilometer langen Grundstück eine Werkstatt-Halle mit umfangreichen Außenanlagen errichten. Dort sollen ICE-Züge gereinigt und gewartet werden. So sollen Zugpannen vermieden werden. Das Werk im Raum Nürnberg soll 2028 in Betrieb gehen und höchstens 25 Minuten Fahrzeit vom Hauptbahnhof Nürnberg entfernt liegen. Neun Flächen kommen derzeit in Frage – darunter weiterhin der umstrittene Standort bei Nürnberg-Altenfurt.

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