BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

Stadtrat: Schweinfurt wird Landesgartenschau 2026 ausrichten | BR24

© BR
Bildrechte: picture-alliance/dpa

Wegen Corona stehen in Schweinfurt gerade viele Großprojekte auf der Kippe - aber bis 2026 dauert es noch einige Jahre. Dann soll dort nämlich die Landesgartenschau stattfinden. Dafür hat jetzt die Mehrheit des Stadtrats gestimmt.

Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Stadtrat: Schweinfurt wird Landesgartenschau 2026 ausrichten

Wegen Corona stehen in Schweinfurt gerade viele Großprojekte auf der Kippe - aber bis 2026 dauert es ja noch einige Jahre. Dann soll dort nämlich die Landesgartenschau stattfinden. Dafür hat jetzt die Mehrheit des Stadtrats gestimmt.

Per Mail sharen
Von
  • Norbert Steiche

Jetzt scheint es endgültig entschieden zu sein: Die Stadt Schweinfurt wird die Landesgartenschau im Jahr 2026 ausrichten. Das hat der Stadtrat bei seiner jüngsten Sitzung mit 24 zu 18 Stimmen entschieden. Zu der Frage gab es bereits schon mehrfach Abstimmungen, die immer pro Landesgartenschau ausfielen.

Gegner wünschen sich mehr Grün in Schweinfurt

Die Stadträte von CSU und Grünen, die für diese Legislaturperiode einen Kooperationsvertrag geschlossen hatten, sprachen sich für die Ausrichtung der Landesgartenschau aus. Die beiden Fraktionen haben im Stadtrat die Mehrheit.

Die Opposition im Stadtrat lehnt die Gartenschau ab, unterstützt aber die Idee eines Bürgerparks auf dem vorgesehenen Landesgartenschau-Gelände und eine Art "Grünes Band" durch die Innenstadt am Main. "Grünes Band" würde bedeuten, dass einzelne Plätze begrünt werden.

Kosten von 10,6 Millionen Euro geplant

In Schweinfurt hatte sich außerdem eine Bürgerinitiative gegründet, die die Landesgartenschau verhindern wollte. Der Vorwurf: Die Veranstaltung sei in der Corona-Krise nicht finanzierbar.

Die Kosten für die Ausgestaltung auf dem Gelände hinter der ehemaligen US-Ledward-Kaserne werden auf rund 10,6 Millionen Euro netto geschätzt. Der Freistaat Bayern würde die Ausrichtung mit fünf Millionen Euro fördern. Erwartet würden nach heutigen Schätzungen gut 570.000 Besucher, im Schnitt 3.500 am Tag. Daraus würden nach Berechnungen rund 8,6 Mio. Euro Einnahmen aus Eintrittsgeldern erzielt.

Kritik von der ÖDP im Stadtrat

Die Stadträtin Ulrike Schneider (ÖDP) schrieb in einer Pressemitteilung vor der Stadtratssitzung: "Die Tatsache, dass plötzlich ein Minusbetrag von 3,4 Millionen im Durchführungshaushalt ausgewiesen wird, von dem die Verwaltung über Jahre immer behauptet hat, dass es eine schwarze Null geben würde, halten wir für Betrug am Wähler." Schneider hatte mit Mitstreitern einen Bürgerentscheid angeschoben. Dessen Ziel war es, auf dem Gelände junge Bäume für einen künftigen Stadtwald zu pflanzen.

Großprojekte in Schweinfurt wegen Corona auf dem Prüfstand

Über die Landesgartenschau war auch deshalb erneut abgestimmt worden, weil die Stadt wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr einen deutlichen Rückgang bei den Gewerbesteuereinnahmen erwartet. Die Stadt will in Zusammenarbeit mit der Landesgartenschau GmbH laut den Stadtratsunterlagen zur Risikoabsicherung auch ein direktes Ausstiegsrecht eingeräumt bekommen.

Auch andere Großprojekte wie die Sanierung des Stadttheaters stehen derzeit auf dem Prüfstand.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!