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Bayern

Stadtrat Ansbach stimmt Bebauungsplan für Thermoselect-Areal zu | BR24

© picture alliance/dpa Daniel Karmann

Ehemaliges Thermoselect-Areal in Ansbach

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    Stadtrat Ansbach stimmt Bebauungsplan für Thermoselect-Areal zu

    Der Ansbach Stadtrat hat Abend dem Bebauungsplan für das ehemalige Thermoselect-Gelände zugestimmt. Die Bauruine soll einem modernen Gewerbepark weichen.

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    Bei der Abstimmung im Ansbacher Stadtrat gab es nur eine Gegenstimme. Ein Investor will die Bauruine abreißen, um eine Gewerbehalle mit rund 30.000 Quadratmetern Fläche zu errichten. Dafür muss der Flächennutzungsplan geändert werden, da aktuell kein Baurecht auf dem Grundstück besteht. Dieses soll nun an einen Abriss des Thermoselect-Gebäudes gekoppelt werden.

    Areal soll vergrößert werden

    Investor Jörg Kernstock kaufte das Grundstück bereits im Dezember 2018 und plant sein neues Objekt für die Bereiche Logistik, Verpackung und Montage. Für den Bau der großen Gewerbehalle möchte er das Gebiet um 1,2 Hektar vergrößern. Entsprechende Ausgleichsflächen sind bereits ausgewiesen. Weil die geplanten Mülltransporte durch Thermoselect schon im Vorfeld in die Straßenplanung aufgenommen wurden, sei die Verkehrserschließung geregelt, so der städtische Baureferent Jochen Büschl.

    Bauarbeiten sollen im Sommer beginnen

    Oberbürgermeisterin Carda Seidel (parteilos) freut sich über die neue Nutzung der brach liegenden Fläche. Befürchtungen aus der Bevölkerung, es könne Einzelhandel geschaffen werden, bezeichnete sie als unbegründet. Durch den positiven Entschluss im Stadtrat wird nun das Bebauungsplanverfahren eingeleitet. Auch die Öffentlichkeit hat die Möglichkeit, die Pläne einzusehen. Anschließend folgen laut Baureferent die rechtlich vorgesehenen Beteiligungsverfahren im Bebauungsplan. Wenn alles gut läuft, würde Investor Jörg Kernstock im Frühjahr mit den Abrissarbeiten starten, um im Sommer mit den Bauarbeiten der neuen Gewerbehallen zu beginnen.

    In den 1990-er Jahren sollte die geplante Müllentsorgungsanlage nahe der A6 von der Schweizer Firma Thermoselect gebaut werden. Sie sollte ein Vorzeigeprojekt in Sachen Müllentsorgung werden. Durch eine sogenannte Verschwelungsanlage sollte Thermoselect nach eigenen Angaben besonders ökologisch arbeiten.

    Jahrelanger Rechtsstreit

    Jahr 2002 war plötzlich Schluss, bevor die Müllentsorgungsanlage in Betrieb gehen konnte. Grund waren Probleme durch nicht ausgereifte Technik und zahlreiche Streitigkeiten. Seitdem liegt die Fläche fünf Kilometer von der Ansbacher Innenstadt entfernt brach. 2014 wurde ein Rechtsstreit zwischen Thermoselect und dem Auftraggeber, dem Energiekonzern EnBW, beendet. Seitdem konnte das Areal wieder vermarktet werden.