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Eine Fraktion im Bamberger Stadtrat plant ein Bürgerbegehren zur Schließung des Bamberger Schlachthofs (Symbolbild).

Bildrechte: dpa-Bildfunk/Patrick Pleul
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Stadträte wollen Schließung des Schlachthofs in Bamberg

In den vergangenen Jahren war der Schlachthof Bamberg immer wieder in die Schlagzeilen geraten - vor allem wegen Corona. Nun geht der Betriebsleiter, zeitgleich fordert eine Stadtratsfraktion, den Fleischbetrieb komplett zu schließen.

Von
Thorsten GütlingThorsten Gütling
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Der Bamberger Schlachthof kommt nicht zur Ruhe. Nach mehreren Corona-Ausbrüchen in den vergangenen Monaten vermeldete die Stadt am Donnerstag einen Wechsel an der Spitze des Bamberger Schlachthofs. Noch am gleichen Tag fordern einige Stadträte die vollständige Schließung des Betriebs. Die Begründung: Bisher läge die angekündigte neue Strategie zur Verbesserung der wirtschaftliche Situation des Schlachthofs nicht vor.

Neue Schlachthof-Leitung ab 31. Mai

Wie die Stadt Bamberg mitteilte, übernimmt Julian Schulz ab Juni die Leitung des Betriebs. Demnach habe der bisherige Leiter, Jan Werle-Emler, die Stelle auf eigenen Wunsch zur Verfügung gestellt. Werle-Emler sei zu der Erkenntnis gekommen, dass sich seine strategischen Vorstellungen für den Schlachthof unter den derzeitigen Rahmenbedingungen nicht verwirklichen ließen, heißt es aus dem Rathaus. Dementsprechend werde der Vertrag zum 31. Mai in beiderseitigem Einvernehmen aufgehoben.

Stadtratsfraktion fordert Schlachthof-Schließung

Der Bamberger Schlachthof ist seit Juli 2020 eine eigenständige GmbH und hundertprozentige Tochter der Stadt. Weil bis Juli 2021 die Erarbeitung einer neuen Strategie angekündigt worden sei, um die schlechte wirtschaftliche Situation des Schlachthofes zu verbessern, diese aber bis heute nicht vorliege, soll der Betrieb nach Meinung der Stadtratsfraktion um Volt und Bambergs Mitte geschlossen werden. Ein entsprechendes Bürgerbegehren sei in Arbeit. Ziel sei es, die hohen Summen, die für den Schlachthof gezahlt würden, für andere Investitionen frei zu machen. Zudem könnte die so frei werdende Fläche für Wohnen und Gewerbe genutzt werden.

Kritik von Tierschützern: Stadt reagiert

Mit dem Umbau des einstigen Regiebetriebs zur GmbH reagierte die Stadt auch auf Kritik von Tierschützern. Immer wieder war in der Vergangenheit von Verstößen gegen das Tierwohl die Rede, weil Schlachtprozesse zu lange dauerten. Die Stadt bestritt das stets. Mit der Ernennung eines Geschäftsführers sollten daher auch die Verantwortlichkeiten geklärt werden. Dazu stand die Erneuerung der weitestgehend aus den 1980er Jahren stammenden Schlachtanlagen an. Von einem Investitionsstau in Millionenhöhe war die Rede, der ebenfalls in Form einer Gesellschaft besser abgebaut werden könne.

Corona zwingt Schlachthof zu Schlacht-Stopp

In den vergangenen Monaten kam es im Bamberger Schlachthof zudem immer wieder zu Corona-Ausbrüchen. Mehrmals musste die Schlachtung ausgesetzt werden - mit Umsatzeinbußen für den Betrieb. Rund 1.000 Schweine und 150 Rinder werden dort täglich geschlachtet - etwa 60 Prozent davon durch die beiden Großkunden Tönnies und Südfleisch.

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