BR24 Logo
BR24 Logo
Corona und Schule

Stadt Würzburg verpasst Brückenheiligen Masken | BR24

© Christian Weiß

Der heilige Kilian mit Mund-Nase-Maske auf der Alten Mainbrücke

1
Per Mail sharen

    Stadt Würzburg verpasst Brückenheiligen Masken

    Die Stadt Würzburg hat am Freitag zu einem öffentlichkeitswirksamen Mittel gegriffen, um die Bevölkerung zu mehr Vorsicht in der Corona-Krise zu mahnen: Sie stülpte den Brückenheiligen auf der Alten Mainbrücke Mund-Nasen-Masken über.

    1
    Per Mail sharen

    Wie erreicht man größtmögliche Aufmerksamkeit, um ein wichtiges Anliegen, wie die Corona-Krise noch mehr ins Blickfeld zu rücken? Die Stadt Würzburg hat sich dazu etwas besonderes einfallen lassen und den Statuen auf der Alten Mainbrücke Mund-Nasen-Masken verpasst. Nach einigen Stunden wurden die Schutzmasken mit Aufdruck freilich wieder abgenommen, damit niemand auf die Idee kommt, die Statuen zu besteigen und die Tücher mitzunehmen.

    Appell führender Würzburger Persönlichkeiten

    Gleichzeitig haben sich führende Persönlichkeiten der Stadt, wie Oberbürgermeister Christian Schuchardt, mit einem Appell an die Würzburger gewandt: "Wir alle sind bislang durch konsequentes Handeln und umsichtiges Verhalten sehr gut durch die Corona-Krise gekommen. Jetzt dürfen wir die in Teilen wiedergewonnene Normalität nicht aufs Spiel setzen."

    Unterstützt wurde Schuchardt dabei von Weihbischof Ulrich Boom, Kommunalreferent Wolfgang Kleiner, dem Leiter des Gesundheitsamts Johann Löw, Uniklinik-Leiter Professor Georg Ertl und dem Leitenden Polizeidirektor Matthias Weber. "Wir dürfen uns keine Nachlässigkeiten erlauben – in Verantwortung für unsere Familien, uns selbst und andere", betont etwa Kommunalreferent Kleiner, und bittet, auch weiterhin auf die Aha-Regeln – Abstand, Hygiene und Alltagsmasken – zu achten. Diese Regeln seien in der Öffentlichkeit größtenteils akzeptiert, ihre Einhaltung zeige, dass Solidarität und gegenseitige Rücksichtnahme einen hohen Stellenwert in der Gesellschaft hätten.

    Auch Weihbischof Boom appelliert daran, diese Solidarität in der Gesellschaft weiterhin zu stärken und auch in Zukunft über alle Generationen hinweg zu erhalten. "Gehen wir achtsam miteinander um, zum Schutz unseres Nächsten", so Boom.

    Polizei: Gemischte Bilanz zu Einhaltung der Corona-Regeln

    Nach Beobachtungen des kommunalen Ordnungsdienstes der Stadt Würzburg und der Polizei, halten sich die meisten Menschen zwar an die geltenden Vorschriften. "Sie haben auch ein großes Verständnis für polizeiliche Präsenz und Kontrollen", so Polizeidirektor Weber.

    Doch auch die Zahl der Hinweise und Beschwerden aufgrund von Verstößen gegen die bestehenden Corona-Regeln steigt an. Bei den Kontrollen legt die Polizei dabei einen Schwerpunkt auf Kommunikation und das Werben für die Einhaltung der Bestimmungen.

    Gesundheitsexperten warnen vor trügerischer Ruhe

    "Unsere Infektionszahlen steigen derzeit zwar nur gering", sagt Gesundheitsamt-Leiter Löw. "Doch dies ist leider kein Grund zum Zurücklehnen – es kann sich sehr schnell ändern." Dabei erinnert er sich besonders an die schnelle Ausbreitung im Frühjahr. Man wisse einfach zu wenig über das Virus, als das man jetzt sorglos sein und Entwarnung geben könne. Sollten die Infektionszahlen in Würzburg rapide steigen, müssten leider schnell Konsequenzen gezogen werden.

    Der Ärztliche Direktor des Universitätsklinikums Ertl, zeigt ebenfalls großes Verständnis für den Wunsch nach möglichst viel Normalität. Gleichzeitig setzt er jedoch auf die Vernunft und das Verantwortungsbewusstsein der Würzburger: "Nur gemeinsam kann es uns gelingen, die Ausbreitung des Corona-Virus in den Griff zu bekommen. Die Pandemie ist nicht vorbei und es ist eine Gratwanderung zwischen Schutz auf der einen und Normalität auf der anderen Seite."

    Leichtsinnigkeit hätte Auswirkungen auf gesamte Stadt

    Man appelliere an alle, die Pandemie trotz aller Lockerungen nicht auf die leichte Schulter zu nehmen, heißt es von Kleiner: "Es kann nicht in unser aller Interesse liegen, steigende Infektionszahlen zu riskieren."

    Schließlich könnte das nicht nur ein Ende der wiedergewonnenen Normalität bedeuten, sondern auch erhebliche Auswirkungen auf die Stadtgesellschaft haben. Denn für viele Betriebe und Einrichtungen sind die derzeitigen Lockerungen von existentieller Bedeutung. Auch für viele Eltern würde es eine massive Einschränkung bedeuten, wenn ihre Kinder nicht mehr in Schule oder Kitas gehen könnten.

    © Eberhard Schellenberger

    Appell der Stadt Würzburg an die Bevölkerung

    "Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!