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Die Stadt Würzburg sperrt vorübergehend am Wochenende freitags und samstags ab 22 Uhr den "Partybereich" am Mainufer.

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    Stadt Würzburg sperrt am Wochenende "Partybereich" am Mainufer

    Die Stadt Würzburg will dem anhaltenden Partytreiben am Alten Kranen und der Verschmutzung entlang des Mains ein Ende setzen und zieht Konsequenzen: An den kommenden Wochenenden wird der "Partybereich" am Mainufer ab 22 Uhr gesperrt.

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    Von
    • Katja Ortlauf
    • Julia Dechet

    Am Wasser ein Feierabendbierchen trinken oder mit den Freunden noch ein bisschen in der Sonne sitzen: Das Würzburger Mainufer und der Bereich rund um den Alten Kranen sind für viele ein beliebter Treffpunkt. Doch in letzter Zeit ist der Bereich der Stadt Würzburg gewissermaßen ein Dorn im Auge: Immer wieder gab es Probleme mit feiernden Jugendlichen am Main, die die Corona-Regeln nicht einhalten oder ihren Müll liegen lassen. Anwohner klagen über Lärmbelästigung.

    Stadt Würzburg sperrt die Grünanlagen

    Jetzt hat die Stadt Konsequenzen gezogen: Die Grünanlagen am Alten Kranen werden durch eine entsprechende Allgemeinverfügung gesperrt. Die Sperrung gilt an den beiden kommenden Wochenenden freitags und samstags, also am 11. und 12. Juni sowie am 18. und 19. Juni, zwischen 22 Uhr abends und 6 Uhr morgens.

    Damit die Regelung eingehalten wird, werde der Bereich mit Security und mit Hilfe der Polizei gesichert, heißt es von der Stadt. Bereits ab 20 Uhr informieren Sicherheitsleute über die bevorstehende Sperrung. Ab 21.30 Uhr werde dann mit Hilfe einer Ausleuchtung dieses Bereiches die Sperrung angekündigt. Die offizielle Außengastronomie im Bereich des Alten Kranens sei von der Sperrung nicht betroffen.

    Nächtlicher Lärm und Sachbeschädigung

    Grund für die Sperrungen am Alten Kranen seien nicht nur der Schutz vor der Corona-Pandemie, sondern vielmehr das dortige Party-Geschehen. Dieses habe inzwischen derartige Ausmaße angenommen, dass in dem Bereich entlang der Partymeile am Mainkai an eine Nachtruhe nicht mehr zu denken ist, so die Stadt Würzburg. Zudem wurden von den Feiernden mehrere frisch bepflanzte Blumenrabatten entlang des Maines vollständig zerstört, so dass auch Sachschäden entstanden sind.

    Müll der Feiernden soll nicht eingesammelt werden

    Bleibt aber noch das Müll-Problem. Mitarbeiter des Gartenamtes hätten jedes Wochenende mehrfach in den Grünanlagen tonnenweise den Abfall der Feiernden eingesammelt. Die Stadt hat nun bekannt gegeben, dass die Grünanlagen in den Teilbereichen der Kurt-Schumacher-Promenade und am Graf-Luckner-Weiher am Wochenende nicht vom Müll befreit werden. Auf die Aktion wird mit einem Plakat hingewiesen, auf dem steht: "Wir haben dieses Wochenende frei! Ihre Stadtgärtner und Stadtreiniger". Die Stadt Würzburg weist bereits jetzt darauf hin, dass Spaziergänger und andere Gäste in diesen Bereichen auf die Verschmutzung durch Glasscherben und anderen Müll aufpassen sollten.

    Würzburgs Oberbürgermeister: "Grenze ist überschritten"

    "Wir haben bislang vor allem auf Kommunikation und Einsicht gesetzt", sagte Oberbürgermeister Christian Schuchardt (CDU). Er sprach zwar Verständnis für alle aus, die es nach diesem langen Lockdown zu Hause nicht mehr aushalten und im Freien etwas Entspannung und Spaß suchen, sagte aber weiter: "Leider ist die Grenze überschritten. Spaß haben im Freien ja, Verstöße gegen Corona-Beschränkungen und Party auf Kosten der Anwohner – nein. Wir wollen als Stadt keine Eskalation wie zurzeit in anderen Städten."

    Sollten diese Maßnahmen keinen Erfolg haben, werden laut Stadt Würzburg weitere Verschärfungen auch mit den politischen Gremien – wie dem Bau- und Ordnungsausschuss und dem Stadtrat – abgestimmt.

    Verschiebung des "Problems" an andere Orte?

    Zuvor wurde seitens der Stadt bereits ein nächtliches Alkoholverbot entlang des Mains in Erwägung gezogen. Daran kam Kritik von Würzburger Jugendorganisationen mehrerer Parteien. Ein Alkoholverbot sei nicht die Lösung. Stattdessen solle die Stadt mit deutlicher Kommunikation, Hinweisschildern und vor allem ausreichend Mülltonnen diesem Problem entgegentreten. Ein Alkoholverbot an einigen Stellen würde das Problem nur an andere Orte verschieben und schlimmstenfalls dafür sorgen, dass in Innenräumen gefeiert werde.

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