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Stadt-Umland-Bahn: Weichenstellung im Wahlkampf | BR24

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In der Radlerstadt Erlangen geht es um die Frage: Wie kann der öffentliche Nahverkehr ausgebaut werden? Die Parteien hier streiten schon lange über eine Stadt-Umland-Bahn.

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Stadt-Umland-Bahn: Weichenstellung im Wahlkampf

Vorfahrt für Busse und Bahnen, das 365-Euro-Ticket, mehr Radwege: Verkehrsthemen wie diese bestimmen in ganz Franken den Kommunalwahlkampf. In Erlangen streiten sich die Parteien über die Stadt-Umland-Bahn, kurz StUB.

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Rund 25 Kilometer lang ist die geplante Strecke der Stadt-Umland-Bahn, die Nürnberg, Erlangen und Herzogenaurach verbinden soll. Im Nürnberger Norden ist schon zu sehen, wie die Trasse einmal aussehen soll. Dort fährt die Straßenbahn schon bis zur Haltestelle "Am Wegfeld". Die Schienen verlaufen erst auf dem Mittelstreifen, dann neben der Bundesstraße B4, die hier vierspurig ist. Die Bahnen sind schnell unterwegs. Bis zu 70 Stundenkilometer können die Züge auf den Überlandstrecken zwischen den Städten fahren.

Kostenschätzung bei 372 Millionen Euro

Für Erlangens Oberbürgermeister Florian Janik (SPD) ist die StUB ein wichtiger Beitrag zur Verkehrswende im Großraum. Er kämpft für das Schienenprojekt, das nach aktuellen Schätzungen rund 372 Millionen Euro kostet. Dank einer neuen Förderrichtlinie sinkt der Eigenanteil, den die drei Städte bezahlen müssen von rund 127 Millionen Euro auf 78 Millionen Euro. Der Beitrag der Stadt Erlangen gehe um 16 Millionen auf rund 50 Millionen Euro zurück, hat Janik ausgerechnet.

"Die StUB ist das Projekt, das symbolisch steht für die Verkehrswende. Weil wir damit auf den großen Pendlerströmen ein attraktives Angebot schaffen." Florian Janik, SPD-Oberbürgermeister Erlangen

Das Projekt ist jedoch umstritten. In Erlangen muss für die StUB eine neue Brücke über die Regnitz gebaut werden – quer durchs Landschaftsschutzgebiet. Im Raumordnungsverfahren, das vor kurzem abgeschlossen wurde, wird die Brücke über die Wöhrmühlinsel in Erlangen als raumverträglich angesehen. Trotzdem gibt's Protest von Umweltschützern. Für sie sind die Eingriffe in das Landschaftsschutzgebiet zu groß. Sie fordern eine alternative Planung.

Elektrobusse statt Straßenbahn

Beim Thema StUB tritt Erlangens CSU-OB-Kandidat Jörg Volleth im Wahlkampf noch aus einem anderen Grund auf die Bremse. Die Erlanger CSU setzt auf ein besseres Bussystem in der Stadt – in Zukunft vielleicht sogar mit elektrisch angetriebenen Fahrzeugen. Damit könne schneller und flexibler auf die Herausforderungen des Nahverkehrs reagiert werden als mit einer Straßenbahn.

"Wir setzen ja immer sehr stark darauf unser Bussystem zu verbessern und zu optimieren. Weil wir glauben, für Erlangen wäre ein optimiertes Bussystem die bessere Wahl." Jörg Volleth, CSU-Oberbürgermeister-Kandidat

Die Detail-Planungen für die Trasse der StUB sind gerade angelaufen. Noch ist jedoch nichts gebaut. Wie es mit der StUB weitergeht, hängt davon ab, wer ab Mai im Erlanger Rathaus das Sagen hat: CSU-Mann Volleth möchte die Bürger per Entscheid befragen, bevor endgültig gebaut wird. SPD-Amtsinhaber Janik will, dass das Projekt zügig vorangeht.

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