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Stadt Regensburg erlässt Böllerverbot an Silvester | BR24

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Für große Teile der Regensburger Altstadt gilt in der Silvesternacht ein Feuerwerksverbot.

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Stadt Regensburg erlässt Böllerverbot an Silvester

Für große Teile der Regensburger Altstadt gilt in der Silvesternacht ein Feuerwerksverbot. Das hat die Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD) verkündet. Bereits 2019 hatte die Stadt ein solches Verbot geprüft.

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In der kommenden Silvesternacht gilt in der Regensburger Innenstadt ein Verbot für Feuerwerkskörper. Das hat Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD) bekannt gegeben. Konkret dürfen im gesamten Altstadtbereich keine Feuerwerkskörper gezündet werden. Das Böllerverbot gilt auch für den Oberen und Unteren Wöhrd, das sind die beiden Donauinseln im Stadtgebiet.

Böllerverbot wurde bereits 2019 geprüft

Schon 2019 hatte die Stadt geprüft, ob sich das Abbrennen von Feuerwerk in der Innenstadt verbieten lässt. Das Verbot war damals aber an den hohen rechtlichen Hürden gescheitert. Das jetzt erlassene Verbot stützt sich der Oberbürgermeisterin zufolge unter anderem auf die Brandgefahr, die zahlreiche Denkmäler wie den Dom bedrohe.

Abgebrannte Raketen im Domdachstuhl

Das Staatliche Bauamt und die Polizei hätten die Gefährdungslage neu bewertet. Nach der Silvesternacht im letzten Jahr wurden im Dachstuhl des Doms 64 abgebrannte Silvesterraketen gefunden. Das Altstadtensemble von Regensburg gehört seit 2006 zum Unesco-Weltkulturerbe. Die Polizei berichtete beim letzten Jahreswechsel außerdem von Böllerschüssen aus der Menge auf Menschen und Streifenbeamte.

Bisher war an Silvester nur die Steinerne Brücke aus Sicherheitsgründen gesperrt. Die Stadt appellierte aber schon damals an die Bürger, freiwillig auf ein Feuerwerk zu verzichten.

Altstadt Regensburg feuerwerksfreie Zone

Das Böllerverbot wurde dann im Koalitionsvertrag vom Mai 2020 angekündigt. Dort heißt es, dass "die Zahl der Feuerwerke in Regensburg insgesamt reduziert werden soll". In anderen ostbayerischen Städten wie Landshut, Straubing oder Passau gilt das Böllerverbot schön länger.

Lungenarzt begrüßt Böllerverbot an Silvester

Der Chefarzt der Lungenheilkunde am Klinikum Donaustauf, Michael Pfeifer, befürwortet die Maßnahmen. "Grundsätzlich begrüße ich das. Unsere Patienten berichten regelmäßig von deutlichen Beschwerden durch die extrem hohe Feinstaubbelastung an Silvester", sagt der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin.

Gerade in Städten wie Regensburg, wo der Feinstaub schlecht abziehen könne, sei die Belastung hoch. Das gelte auch für Inversionswetterlagen, wenn die Luft in höheren Schichten wärmer ist als am Boden.

Erhöhter Betrieb in Notaufnahmen durch Böller-Verletzungen

Durch die Belastung an Silvester verzeichnen die Kliniken allerdings keinen erhöhten Bedarf an künstlichen Beatmungen, sagt der Lungenarzt. "Wir können nicht feststellen, dass durch die Böllerei mehr Patienten beatmungspflichtig werden", so Pfeifer. Eine zusätzliche Belastung der Intensivstationen in Corona-Zeiten durch Böller und Raketen scheint deshalb nicht befürchtet werden zu müssen.

Anders ist die Situation in den Notaufnahmen der Krankenhäuser. In den letzten Jahren verzeichneten Regensburger Kliniken an Silvester regelmäßig Handverletzungen durch falsch verwendete oder gefährliche Böller.

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