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Stadt Pappenheim will gräfliche Familie enteignen | BR24

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Eigentlich soll im fränkischen Pappenheim (Lkr. Weißenburg-Gunzenhausen) nur ein Parkplatz saniert werden. Doch die einzige Zufahrt führt über vier Quadratmeter Privatgrund einer gräflichen Familie. Seit Jahren gibt es deswegen Streit.

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Stadt Pappenheim will gräfliche Familie enteignen

Es geht um vier Quadratmeter gräfliches Eigentum. Seit vielen Jahren dauert der Streit um ein Stück Straße an, das der gräflichen Familie von und zu Egloffstein gehört. Jetzt will die Stadt durchgreifen und beantragte Enteignung.

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Es geht um ein Stück Altstadtstraße, um eine gräfliche Familie und um eine Stadtverwaltung, die die Blockade einer Parkplatzsanierung nicht mehr hinnehmen will. Die Familie von und zu Egloffstein verbietet einer Baufirma, die vier Quadratmeter zu durchfahren.

Kein gräfliches Entgegenkommen

Die Stadt Pappenheim will die gräfliche Familie von und zu Egloffstein enteignen. Bürgermeister Uwe Sinn (SPD) hat am Montag einen entsprechenden Antrag beim Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen eingereicht. Damit will er eine Einigung im Streit um rund vier Quadratmeter Straßenfläche erreichen, sagte er dem Bayerischen Rundfunk. Die Auseinandersetzung geht schon über viele Jahre.

Die Stadt Pappenheim möchte einen Parkplatz sanieren. Der ist nur über eine schmale Straße zugänglich, die über die strittige Vier-Quadratmeter-Fläche führt, die der gräflichen Familie gehört. Diese hatte der Baufirma untersagt, das Grundstück zu betreten und zu befahren, sagte Sinn. Damit werde die Sanierung des Parkplatzes blockiert.

„Weil alle Versuche, den Streit beizulegen, gescheitert sind, ist mir nichts anderes übriggeblieben, als den Antrag auf Enteignung zu stellen.“ Uwe Sinn, Bürgermeister von Pappenheim

Kleiner Racheakt?

Hintergrund für die Posse ist ein Streit um Fördergelder für Sanierung des gräflichen Schlosses am Marktplatz. Diese hatte die Stadt zurückgefordert, weil sie aus Sicht des Bürgermeisters nicht wie vorgesehen verwendet worden waren. Die Familie der Grafen von und zu Egloffstein hatte daraufhin die Sperrung ihrer Vier-Quadratmeter-Fläche angedroht. Dieser Teil des Grundstücks war vor Jahrzehnten, als das anliegende Haus an die gräfliche Familie verkauft wurde, aus Versehen nicht als öffentliche Straße umgewidmet worden. Alle Versuche, diese Fläche zu kaufen oder unter annehmbaren Bedingungen zu tauschen, seien gescheitert, sagte Sinn. Auf Anfrage des BR gab es bislang keine Stellungnahme der Gegenseite.

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Es geht um vier Quadratmeter gräfliches Eigentum. Seit vielen Jahren dauert der Streit um ein Stück Straße an, das der gräflichen Familie von und zu Egloffstein gehört. Jetzt will die Stadt durchgreifen und beantragte Enteignung.