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In Köln wird seit dieser Woche in Stadtvierteln mit besonders hohen Corona-Zahlen geimpft - unabhängig von der Impf-Priorisierung. Auch die Stadt Nürnberg will das Impfen in solchen Stadtteilen vorantreiben und auch die Tafeln mit einbinden.

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Stadt Nürnberg will in benachteiligten Stadtteilen mehr impfen

Die Stadt Nürnberg will in Stadtteilen, in denen sich überproportional viele Menschen mit dem Coronavirus anstecken, das Impfen voranbringen – unabhängig von der Impfpriorisierung. Auch die Nürnberger Tafel will sich beteiligen.

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Von
  • Tina Wenzel

Um das Infektionsgeschehen in benachteiligten Vierteln einzudämmen, will das Gesundheitsreferat der Stadt Nürnberg verstärkt in den betroffenen Stadtteilen Impfen. Im Gespräch seien drei Optionen, die so schnell wie möglich umgesetzt werden sollen, sagt Nürnbergs Gesundheitsreferentin Britta Walthelm (Grüne).

Mobile Impfteams und Impfungen bei der Tafel

Die Stadt will zum einen mobile Impfteams in die betroffenen Stadtteile schicken. Zum anderen ist geplant, Arztpraxen in den betroffenen Vierteln mit mehr Impfstoff zu versorgen, da die Wartelisten sehr lang seien, so Walthelm weiter. Zudem sollen auch Impfangebote bei der Nürnberger Tafel und ähnlichen sozialen Einrichtungen geschaffen werden.

Vertrauensverhältnis bei der Tafel

Dies begrüßt Brigitte Lischka, Kreisgeschäftsführerin des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) in Nürnberg, die zuständig für die Tafeln ist. "Ich finde es gut, wenn man an die Menschen herantritt, die sonst nicht so einen schnellen und einfachen Zugang haben", sagt Lischka. Bis es mit den Impfungen losgehen kann, wollen die Tafeln ihre Besucher informieren und für eine Impfung sensibilisieren. "Unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen kennen die Kunden und haben dann natürlich einen gewissen Zugang. Sie wissen zum Beispiel auch, welches Infomaterial die Menschen in welcher Sprache brauchen", sagt Lischka. Die Besucherinnen und Besucher der Tafel sollen bevor sie ihre Lebensmittel holen, die Möglichkeit erhalten, sich impfen zu lassen. An allen sechs Ausgabenstellen in Nürnberg hat Lischka bereits die nötigen Räume dafür organisiert.

Pläne sollen zügig umgesetzt werden

Die Stadt prüft nun, ob sie die Pläne auf der Basis der Impfverordnung bereits angehen kann. Denn eine Ausnahmegenehmigung wie sie etwa die Stadt Köln erhalten hat, um in ärmeren Stadtvierteln zu impfen, gibt es im Freistaat bislang nicht. Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) hat angekündigt, sich des Themas erneut anzunehmen, spricht sich aber erstmal für mehr Aufklärung in den betroffenen Stadtteilen aus.

Dicht besiedelte Stadtteile betroffen

In Nürnberg verzeichnen dicht besiedelte Stadtteile überproportional häufig Corona-Infektionen, wie aus Daten des Nürnberger Gesundheitsamts hervorgeht. Die Situation sei aber bei Weitem nicht so angespannt, wie etwa in Köln, sagt Gesundheitsreferentin Walthelm. Zu den betroffenen Stadtteilen gehören im Süden Nürnbergs zum Beispiel Galgenhof, St. Leonhard oder Steinbühl. Aber auch im Norden der Stadt weist zum Beispiel Schoppershof mehr Infektionen auf. Dort wo Menschen auf engem Raum zusammenwohnen und häufig in Jobs arbeiten, die nicht im Homeoffice erledigt werden können, treten den Angaben zufolge vermehrt Corona-Fälle auf.

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