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© Bürgerinitiative gegen die B 26n/ Kaja Schuhmann
Bildrechte: Bürgerinitiative gegen die B 26n/ Kaja Schuhmann

Seit Jahren kämpft eine Bürgerinitiative gegen das Verkehrsprojekt B 26n. Vor der Stadtratssitzung in Lohr wurden Unterschriften übergeben.

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    Stadt Lohr tritt nicht der Bürgerinitiative gegen die B 26n bei

    Die Stadt Lohr am Main wird sich nicht der Bürgerinitiative gegen die geplante B 26n anschließen. Ein entsprechender Antrag der ÖDP wurde vom Stadtrat mehrheitlich abgelehnt. Die Sitzung verlief hitzig und turbulent.

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    Von
    • Sylvia Schubart-Arand

    Eine Bürgerinitiative kämpft seit Jahren gegen das umstrittene Straßengroßprojekt B 26n. Rund 100 Aktivsten hatten ihre Meinung vor der Stadtratssitzung noch einmal kundgetan und 700 Unterschriften an Bürgermeister Mario Paul übergeben. Die Initiative fordert mehr Klimaschutz und weniger Straßenbau. Dieser Appell schien jedoch an einer großen Stadtratsmehrheit abzuprallen. Auch der Antrag der Grünen, sich gegen den Bau der B 26n auszusprechen und sich so mit den Nachbargemeinden Rechtenbach, Frammersbach, Partenstein und Steinfeld zu solidarisieren, fiel durch.

    Stadtratsmehrheit steht hinter dem Verkehrsprojekt

    Die Mehrheit im Lohrer Stadtrat will, dass die B 26 n von Arnstein bis Karlstadt gebaut wird – allerdings nur unter der Bedingung, dass gleichzeitig der Zubringer nach Lohr realisiert und eine dritte Mainbrücke gebaut wird. Die Finanzierung dafür ist aber ungewiss.

    Turbulente Sitzung und ein kurioser Beschluss

    B 26n-Befürworter und Gegner des Verkehrsprojekts stritten heftig miteinander. Bereits zum Sitzungsbeginn war die Stimmung geladen, weil ein Tagesordnungspunkt gestrichen wurde: Dabei hätten die Umweltfolgen eines Zubringers erläutert werden sollen. Nach einer Sitzungsunterbrechung setzten CSU, Freie Wähler, Bürgerverein und FDP mit ihrem Antrag einen kuriosen Beschluss durch: Die Stadt Lohr spricht sich nur dann gegen die B 26n aus, wenn der dritte Bauabschnitt nicht gleichzeitig mit dem zweiten Bauabschnitt geplant und realisiert wird.

    Befürworter wollen Verkehrsentlastung, Gegner mehr Naturschutz

    Zur Erklärung: Würde die B 26n nur von Arnstein bis Karlstadt entstehen, ohne den Zubringer nach Lohr (also ohne den dritten Bauabschnitt), dann würde das Verkehrsaufkommen im Lohrer Talkessel und im Stadtteil Steinbach massiv ansteigen. Eine Stadtratsmehrheit will deshalb einen Zubringer in Kombination mit einer dritten Mainbrücke zur Entlastung der Verkehrsführung. Derzeit stehen Kosten für die B 26n von 400 Millionen Euro im Raum, mit Zubringer nach Lohr wären es 600 Millionen Euro.

    Zur Verkehrsentlastung soll die B 26n in Zukunft einmal die A70 ab dem Kreuz Werneck mit der A3 bei Helmstadt verbinden. Die ersten zwei Abschnitte sind von Arnstein bis Karlstadt geplant, der erste wird nun baurechtlich geprüft. Für einen Zubringer nach Lohr steht noch keine Trasse fest. Auch die Finanzierung ist noch völlig offen. Projektgegner kritisieren, dass wertvolle Natur verloren gehen würde.

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