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VHS Hof
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Annerose Zuber
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VHS Hof

Die Stadt Hof erhebt in einem Rechnungsprüfungsbericht, der dem BR vorliegt, starke Vorwürfe gegen die VHS vor Ort wegen unvollständiger Buchführung und zweifelt teilweise die ordnungsgemäße Verwendung von Steuergeldern an. Deshalb verweigert sie nun endgültig die Zahlungen von weiteren Zuschüssen an den VHS-Verein. Statt dessen will die Stadt Mitglied in der "VHS Landkreis Hof“ werden. Dies erklärte Oberbürgermeister Fichtner am Mittwoch Abend auf BR-Anfrage nach einem Gespräch mit der VHS.

Streit läuft bereits ein Jahr

Die VHS-Vorsitzende Giaconda Leykauf wollte sich auf Nachfrage des BR nicht äußern. Bisher erhielt die VHS für die Erwachsenenbildung und Sternwarte jährlich rund 90.000 Euro Zuschuss von der Stadt – das ist mehr als ein Drittel des Gesamtetats von 250.000 Euro. Bereits seit einem Jahr streiten Stadt und VHS über die Belege. Erst nach längerem Widerstand hat der Verein der Stadt Ende 2018 die Geschäftsunterlagen für 2016 vorgelegt. Die Stadt hatte zuvor Teile der Zuschüsse nicht mehr ausbezahlt.

Massive Vorwürfe erhoben

In dem nun vorliegenden Rechnungsprüfungsbericht der Stadtverwaltung werden massive Vorwürfe erhoben. Die Belege seien lückenhaft, zum Teil widersprüchlich und wenig aussagekräftig. So habe man unter anderem den Posten "Sonstige Ausgaben“ mit rund 40.000 Euro immer noch nicht eindeutig klären können. Ungereimtheiten gebe es auch bei den Gehältern für den Geschäftsführer und zwei Verwaltungsangestellten. So habe beispielsweise der Geschäftsführer 2016 zwar nur Teilzeit gearbeitet – für seine 16 Wochenstunden allerdings ein Monatsbruttogehalt von 2.750 Euro erhalten – plus eine einmalige Leistungsprämie von 3.000 Euro. Seit September 2018 erhalte er ein monatliches Bruttogehalt von 6.500 Euro für eine wöchentliche Arbeitszeit von 33 Stunden, heißt es in dem Prüfungsbericht. Gleichzeitig ist er nicht nur Geschäftsführer der VHS, sondern führt auch noch die Geschäfte von weiteren, zum Teil gemeinnützigen GmbHs, die unter anderem Verwaltungsarbeiten für die Volkshochschule übernehmen beziehungsweise Nachhilfe-Unterricht und Hausaufgaben-Betreuung anbieten. Dieser Zweck der sogenannte "Lernoase“ gehe über die satzungsgemäß vorgeschriebene Erwachsenenbildung hinaus – deshalb haben die Rechnungsprüfer "ernsthafte Zweifel“ an der ordnungsgemäßen Verwendung von Teilen des städtischen Zuschusses.

100 Jahre Volkshochschule Hof

Die Volkshochschule Hof wurde 1919 gegründet – ob sie über ihren 100. Geburtstag hinaus bestehen kann, wird bezweifelt. Nach Ansicht von Oberbürgermeister Harald Fichtner kann sie durch den Rückzug der Stadt künftig auch keine Zuschüsse mehr vom Landes-Volkshochschule-Verband erhalten. Aufgrund der Querelen hat die Stadt bereits die Landkreis-VHS mit der Durchführung des Frühjahrs-Semester beauftragt. Parallel dazu listet auch die Stadt-VHS auf ihrer Homepage Kurse auf - allerdings teilweise ohne konkrete Angaben über Kursbeginn und –Leiter. Mehrere Dozenten hatten sich im vergangenen Jahr über verzögerte Honorar-Zahlungen beschwert.

VHS Eingangstür

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