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Staatssekretär: Erneuter Lockdown "nicht sehr wahrscheinlich" | BR24

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Mehr Personal für den Gesundheitsdienst, Warnungen vor Leichtsinn und ein Plädoyer für die angeschlagene bayerische Gesundheitsministerin: Staatssekretär Klaus Holetschek spricht im BR-Interview über die Corona-Pandemie und die Folgen.

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Staatssekretär: Erneuter Lockdown "nicht sehr wahrscheinlich"

Mehr Personal für den Gesundheitsdienst, Warnungen vor Leichtsinn und ein Plädoyer für die angeschlagene bayerische Gesundheitsministerin: Staatssekretär Klaus Holetschek spricht im BR-Interview über die Corona-Pandemie und die Folgen.

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© pa/dpa/Peter Kneffel

Klaus Holetschek, damals noch Staatssekretär im bayerischen Bauministerium, im Januar 2020 bei der CSU-Klausurtagung in Seeon

Trotz aller Kritik nach den Pannen bei Corona-Tests für Reisende: Der neue Staatssekretär im bayerischen Gesundheitsministerium, Klaus Holetschek (CSU), attestiert den Behörden im Freistaat und Ministerin Melanie Huml mit Blick auf die Corona-Pandemie eine "ausgezeichnete Arbeit". Allerdings seien die Gesundheitsämter bundesweit lange auf Kante genäht gewesen, bemängelt Holetschek im "Interview der Woche" auf B5 aktuell. Künftig brauche es im öffentlichen Gesundheitsdienst mehr Personal.

Holetschek ist erst seit kurzem im Gesundheitsministerium tätig. Der 55-jährige Jurist und frühere Bundestagsabgeordnete soll das aktuell extrem geforderte Haus unterstützen - unter anderem zusammen mit dem Pressesprecher der Münchner Polizei, Marcus da Gloria Martins. Seit Wochen steht besonders Bayerns Gesundheitsministerin Huml immer wieder in der Kritik, Teile der Opposition fordern weiter ihren Rücktritt. Zuletzt wurde bekannt, dass die Ergebnisse bei den Corona-Tests an Bayerns Flughäfen zwischenzeitlich erneut deutlich verspätet übermittelt wurden.

Holetschek: "Dem Leben eine Chance geben"

Die jüngsten Lockerungen im Freistaat - Kneipen dürfen beispielsweise ab 19. September wieder öffnen - hält Holetschek derweil für richtig. "Wir müssen immer die Verhältnismäßigkeit unserer Maßnahmen prüfen", sagt er. Auf der einen Seite steht der Gesundheitsschutz über allem. Auf der anderen Seite müsse man aber "natürlich dem Leben eine Chance geben".

Die Debatte darüber, inwiefern das Gesundheitsministerium Aufzeichnungen über die politischen Entscheidungen zu Beginn der Corona-Pandemie im Frühjahr hat, nennt Holetschek "kurios". Ihn irritiere, dass "wir uns jetzt über Akten unterhalten und nicht darüber, was wir verantwortungsvoll für die Menschen erreicht haben". Zudem sei er als früherer Bürgerbeauftragter der Staatsregierung ein "großer Anhänger von Entbürokratisierung".

Der Staatssekretär betont, man habe sich auf die wissenschaftlichen Grundlagen durch das Robert-Koch-Institut (RKI) und das bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) gestützt, zudem auf Gespräche mit Virologen.

Mehr Tests, mehr offiziell Infizierte?

Zur Frage, inwiefern die massiv gestiegene Zahl der durchgeführten Corona-Tests mitverantwortlich für die zuletzt ebenfalls gestiegen Zahl der offiziell Infizierten ist, sagt Holetschek: "Das macht natürlich was aus, ohne Zweifel". Allerdings sei teilweise auch wieder Leichtsinn zu spüren, etwa bei privaten Partys. Punktuell gehe das Ausbruchsgeschehen dadurch nach oben, betont der CSU-Politiker.

Mit Blick auf die weitere Corona-Entwicklung plädiert Holetschek dafür, weiter regional zu reagieren - in enger Zusammenarbeit mit Gesundheits- und Kreisverwaltungsbehörden. Einen zweiten Lockdown hält er - Stand jetzt - "für nicht sehr wahrscheinlich".

Hinweis: Das gesamte Interview finden Sie über diesem Artikel - einfach auf das "Play"-Zeichen links unten im Bild klicken.

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