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Staatsregierung will Tafeln in Bayern stärker unterstützen | BR24

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Situation der Tafeln in Bayern im Sozialausschuss

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Staatsregierung will Tafeln in Bayern stärker unterstützen

Mehr Geld für die bayerischen Tafeln, das hat das Sozialministerium nun in Aussicht gestellt. Wie viel es genau geben soll, ist noch unklar. Es besteht Handlungsbedarf: Auf die gratis Lebensmittel sind in Bayern mehr als 200.000 Menschen angewiesen.

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Bayerns Sozialministerium will die Tafeln im Freistaat stärker unterstützen. Die genaue Ausgestaltung hängt allerdings noch davon ab, wie viel Geld im nächsten Doppelhaushalt dafür zur Verfügung gestellt wird. Konkret will das Ministerium die Schulung und Fortbildung der Ehrenamtlichen, die bei der Tafel arbeiten, finanziell fördern. Außerdem soll es Geld für eine Geschäftsstelle des Landesverbandes der Tafeln geben.

Geplant sind 100.000 Euro und Unterstützung bei der Logistik

Man versuche zu erreichen, dass für diese Projekte 100.000 Euro im Doppelhaushalt zur Verfügung gestellt werden, so eine Ministeriumsmitarbeiterin im Sozialausschuss des Bayerischen Landtags. Der Landesverband der Tafeln hatte darüber hinaus um Unterstützung für Logistikzentren gebeten, um gespendete Lebensmittel besser verteilen zu können. Möglicherweise können diese Logistikzentren anteilig gefördert werden, federführend sei hierbei das Landwirtschaftsministerium.

Alle Beteiligten seien seit längerem in Kontakt, so die Ministeriumsmitarbeiterin. Auch die kommunalen Spitzenverbände seien eingebunden - die Tafeln wünschen sich außerdem bürokratische Erleichterungen, für die hauptsächlich die Kommunen zuständig sind. Außerdem hatte der Landesverband stärkere Unterstützung für die Ehrenamtlichen gefordert. Hier soll es aber keine größeren Neuerungen geben. Das Ministerium verwies unter anderem auf Ehrenamtskarte und Ehrenamtspauschalen.

Vor allem junge Menschen und Rentner sind bedürftig

Insgesamt gibt es laut Ministeriumsbericht 169 Tafeln in Bayern. Rund 7.000 Ehrenamtliche arbeiten mit und versorgen mehr als 200.000 Menschen mit gespendeten Lebensmitteln, die noch genießbar sind, aber nicht mehr wirklich verkauft werden können. In Deutschland sind knapp 25 Prozent aller Bedürftigen Kinder und Jugendliche, etwa ein weiteres Viertel Rentner.

Die Zahl der Bedürftigen in Bayern steigt. Das Hauptproblem der Tafeln ist offenbar nicht, dass die Essensspenden fehlen, sondern die Logistik - also, die Lebensmittel zu den einzelnen Tafeln zu bringen, bevor sie verderben.

Sowohl die Regierungsfraktionen als auch die Opposition lobten die Arbeit der Tafeln. Alle Fraktionen waren sich einig, dass die Ursachen dafür, dass so viele Menschen auf die Tafel angewiesen sind, bekämpft werden müssen.