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Staatsregierung will neue Stromtrassen bürgernah umsetzen | BR24

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Die geplante Trasse von Türingen durch Ober- nach Unterfranken wird gestrichen, die von Hessen nach Unterfranken wird in die Erde verlegt, das gaben heute die Parteivorsitzenden von FW und CSU bekannt. Südlink und Südostlink werden umgesetzt.

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Staatsregierung will neue Stromtrassen bürgernah umsetzen

Das bayerische Kabinett hat in Sachen Energiepolitik im Freistaat beraten und nach eigener Ansicht einen "Durchbruch für die Energiewende" erzielt. Auch beim Thema Stromtrassen spricht die bayerische Staatsregierung von einem Erfolg.

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Die bayerische Staatsregierung will neue Stromtrassen so bürgernah wie möglich umsetzen. Das hat Ministerpräsident Markus Söder nach der Kabinettssitzung angekündigt.

"Wo Leitungen unabänderlich sind, werden sie erdverkabelt, wo sie nicht zwingend sind, wird darauf verzichtet." Ministerpräsident Markus Söder

Demnach soll die P44 von Thüringen durch Oberfranken ins unterfränkische Grafenrheinfeld nicht gebaut werden. Die P43 nach Grafenrheinfeld werde erdverkabelt. Der umstrittene Südostlink nach Landshut soll durch eine neue Technik schmaler werden. Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger würde ihn am liebsten ganz verhindern, genauso wie den Südlink. Da sieht er sich aber machtlos.

"Ich sehe die bundespolitische Beschlusslage und kann nichts dagegen machen, außer dass ich zum Beispiel einen Südostlink schmaler bekomme als ich ihn anders bekommen hätte." Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger

Aiwanger will ganz ohne Stromtrassen auskommen

Baubeginn der umstrittenen Trassen ist frühestens 2022. Aiwanger geht aber davon aus, dass es noch länger dauern wird. Ausbau-Kapazitäten sieht die bayerische Staatsregierung vor allem bei Sonne und Gas. So will Bayern laut Ministerpräsident Söder mehr Photovoltaikanlagen bauen.

"Wir haben beschlossen, den Zubau mehr als zu verdoppeln um ein Signal zu setzen, dass wir Photovoltaik für eine der beste Formen halten." Ministerpräsident Markus Söder

Photovoltaik soll wieder mehr Bedeutung in Bayern erhalten

Künftig sollen jährlich bis zu 70 Photovoltaikanlagen auf Acker- und Grünlandflächen genehmigt werden. Bislang waren es nur 30 pro Jahr. Die Versorgungssicherheit wird durch neue Gaskraftwerke garantiert, verspricht Wirtschaftsminister Aiwanger. Auch da habe Bayern in Verhandlungen mit dem Bund Erfolge erzielt.

"Hier ist die Zusage für einen Südbonus für diese Reserve-Kraftwerke. Man sieht die Defizite im Süden im Energiebereich und sagt: Hier müssen wir besonders gute Rahmenbedingungen schaffen, damit jemand in ein Reserve-Kraftwerk investiert." Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger

Grüne: Abstandsregelung für Windräder abschaffen

Das große Ziel der Staatsregierung: Bis 2050 will Bayern klimaneutral sein. Das werde so aber nicht gelingen, warnen die Landtags-Grünen. Der Fraktionsvorsitzende Ludwig Hartmann fordert die Staatsregierung auf, die Windkraft zu fördern und die sogenannte 10H-Abstandsregel für Windkraftanlagen abzuschaffen.

"Man kann den Wind im größten Flächenland in Deutschland nicht außen vor lassen. Hier findet der Windkraftausbau als eine der verlässlichsten Form der erneuerbaren Energie nicht statt. Der Wind weht auch nachts, wenn die Sonne nicht scheint. Wir brauchen einen zügigen Ausbau der Windkraft, sonst wird die Energiewende in Bayern nicht gelingen." Grünen-Fraktionsvorsitzender Ludwig Hartmann

Die 10H-Regelung, die den Abstand von Windkraftanlagen zu Wohnhäusern regelt, ist allerdings im Koalitionsvertrag festgeschrieben. Daran werde auch nicht gerüttelt, beteuerten Söder und Aiwanger nach der Kabinettssitzung. Man werde aber auf Gemeinden zugehen, sie beraten und versuchen, die ein oder andere Windkraftanlage im Einverständnis mit den Bürgern zu bauen.