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Staatsregierung bittet: Corona-Test nur in begründeten Fällen | BR24

© pa/Sven Simon

Bayern bietet kostenlose Corona-Tests für Jedermann - bittet aber darum, das Angebot nicht auszunutzen

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    Staatsregierung bittet: Corona-Test nur in begründeten Fällen

    Ein Bürger - vier Corona-Tests pro Woche? Bayerns Gesundheitsministerium stellt klar: Das sind höchstens Ausnahmen. Trotzdem appelliert die Staatsregierung jetzt an die Eigenverantwortung der Bürger bei den kostenlosen Corona-Tests.

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    Von
    • Xaver Scheffer

    In Bayern werden Corona-Tests offenkundig nicht systematisch missbräuchlich genutzt. Man habe "allenfalls vereinzelte Hinweise", erklärte Gesundheits-Staatssekretär Klaus Holetschek auf BR-Anfrage. Das habe eine Abfrage bei den bayerischen Bezirksregierungen und kommunalen Testzentren ergeben. Gleichzeitig appellierte Holetschek an die Eigenverantwortung aller Bürger: Nur in begründeten Fällen solle man das kostenlose Testangebot wahrnehmen.

    Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte noch am Montag gesagt, dass es Klagen über missbräuchlich genutzte Testangebote gebe. Deswegen müsse man an einzelnen Stellen in der bayerischen Teststrategie möglicherweise "nachjustieren". Söder hatte das Gesundheitsministerium Anfang der Woche mit einer entsprechenden Nachforschung beauftragt.

    Corona-Test aus Neugier sehr selten

    Nach Angaben des Gesundheitsministeriums bestätigten aber sowohl der Hausärzteverband als auch Labore, dass nur einzelne Bürger den Test aus Neugier machen. Entsprechende Anfragen würden zudem schon von den Ärztinnen und Ärzten abgefangen, denn diese verwendeten ihre Kapazitäten vorwiegend für Patienten mit Symptomen.

    Insgesamt geht das Gesundheitsministerium aufgrund von Laborschätzungen davon aus, dass aktuell 15 bis 25 Prozent der freiwillig Getesteten in Bayern keine Symptome haben. Dazu könnten etwa Menschen zählen, die Klarheit wollen, weil sie Kontakt zu einer positiv-getesteten Person hatten - oder weil sie einen Besuch bei Verwandten planen.

    Kritik an Teststrategie nimmt zu

    Die Staatsregierung geht bei der bayerischen Corona-Teststrategie im Vergleich zu anderen Bundesländern einen Sonderweg. In Bayern kann man sich kostenlos, jederzeit und auch ohne Symptome testen lassen. Daran gab es angesichts deutlich gestiegener Infektionszahlen zuletzt immer mehr Kritik - von Ärzten, aber auch von der Opposition.

    Zuletzt hatten viele Labore eine Überlastung beklagt. Der Verband Akkreditierte Labore in der Medizin (ALM) schrieb am Dienstag, die Labore seien "im Durchschnitt noch immer zu 97 Prozent ausgelastet". Der bayerische Sonderweg, dass jeder sich testen lassen könne, wirke sich "weiterhin belastend und damit negativ auf die Labore aus".

    Die Staatsregierung sieht dagegen sogar Luft nach oben: Im Mittel der vergangenen sieben Tage seien in Bayern täglich 47.000 Tests durchgeführt worden, sagte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) am Dienstag. Insgesamt seien pro Tag 78.000 Tests möglich.

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