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Ein Gedenkstein mit dem Porträt des Mädchens Peggy auf dem Friedhof
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Ein Gedenkstein mit dem Porträt des Mädchens Peggy auf dem Friedhof

Im Fall Peggy sind nun Mitglieder der ermittelnden Sonderkommission sowie ein Bayreuther Staatsanwalt selbst in Visier von Ermittlern geraten. Einem Bericht der Süddeutschen Zeitung zufolge ermittelt die Staatsanwaltschaft Würzburg wegen des Verdachts einer Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes. Die Soko soll mehreren Menschen in Lichtenberg Tonaufnahmen von einem Gespräch zwischen dem geistig behinderten Ulvi K. und seinem Vater aus dem Jahr 2002 vorgespielt haben, die offenbar heimlich aufgenommen worden waren.

Anwältin von Ulvi K. stellt Strafantrag

"Amtsträger, die ein nicht öffentlich gesprochenes Wort eines anderen aufnehmen und Dritten zugänglich machen, können mit Freiheitsstrafen bis zu fünf Jahren bestraft werden", heißt es in dem Zeitungsbericht. Die Staatsanwaltschaft prüfe außerdem, ob eine Verletzung des Dienstgeheimnisses und der Geheimhaltungspflicht vorliege. Die Anwältin von Ulvi K., Hanna Henning, hatte Strafantrag bei der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg gestellt. Diese hat die Anzeige an die Staatsanwaltschaft Würzburg weitergegeben.

Angeblich bei Peggys Tod zugegen

In dem aufgezeichneten Gespräch soll Ulvi K. gesagt haben, dass er und Manuel S. dabei gewesen seien, als Peggy im Mai 2001 ums Leben gekommen sei. Manuel S. war im Dezember 2018 verhaftet worden. Der Haftbefehl wurde aber inzwischen aufgehoben, weil kein dringender Tatverdacht wegen Mordes besteht.

Leitender Oberstaatsanwalt weist Vorwürfe zurück

Bayreuths Leitender Oberstaatsanwalt Herbert Potzel hatte sich Mitte Februar gegen den Vorwurf gewehrt, dass die Ermittler das Dienstgeheimnis verletzt hätten. "Wir haben nichts weitergegeben", sagte damals der Chef der Peggy-Ermittlungen im Gespräch mit dem Bayerischen Rundfunk. Ulvi K. war 2004 wegen Mordes an Peggy verurteilt worden. Zehn Jahre später wurde er in einem Wiederaufnahmeverfahren wieder freigesprochen.