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Staatsanwaltschaft widerspricht "taz"-Bericht zu Mamming | BR24

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Eine ukrainische Erntehelferin soll im Juli 2018 auf einem Mamminger Gemüsehof gestorben sein. Gegen den Bauern, in dessen Betrieb es im Juli zahlreiche Corona-Fälle gab, werden durch Recherchen der "taz" neue Vorwürfe laut.

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Staatsanwaltschaft widerspricht "taz"-Bericht zu Mamming

Die Staatsanwaltschaft Landshut widerspricht in Teilen einem Bericht der "taz" über einen Todesfall auf einem Gemüsehof in Mamming (Lkr. Dingolfing-Landau). Laut der Strafverfolgungsbehörde wurde die Verstorbene nicht zu spät behandelt.

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Die Staatsanwaltschaft Landshut hat sich auf BR-Anfrage zum Tod einer Saisonarbeitskraft eines Gemüsehofs in Mamming (Lkr. Dingolfing-Landau) geäußert. Die "taz" hatte am Montag berichtet, dass im Jahr 2018 eine Erntehelferin aus der Ukraine beim Einsatz auf einem Feld über Schmerzen in der Brust geklagt hätte und wenig später verstarb.

Schwere Vorwürfe gegen Hof in Mamming

In dem Artikel berichten anonyme Quellen von angeblichen Missständen auf dem Gemüsehof, der in diesem Jahr wegen des Corona-Massenausbruchs in die Schlagzeilen geraten war. Laut taz-Bericht hätten die Besitzer des Hofs die Mitarbeiter eingeschüchtert, so dass diese sich nicht getraut hätten, einen Krankenwagen zu rufen.

Die Staatsanwaltschaft Landshut erklärt auf BR-Anfrage, dass im Jahr 2018 eine ungarische Saisonarbeitskraft verstarb und deswegen ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet wurde. Im taz-Artikel ist von einer Erntehelferin aus der Ukraine die Rede.

Behandlung der Erkrankten erfolgte nicht zu spät

Die Obduktion der Verstorbenen ergab eine natürliche Todesursache, es gab keine Anhaltspunkte für Fremdverschulden wie "insbesondere eine verspätete ärztliche Behandlung", so die Strafverfolgungsbehörde. Die Verstorbene hatte laut Staatsanwaltschaft die Arbeit um 7.00 Uhr begonnen und um 7.15 Uhr über gesundheitliche Probleme geklagt. Sie wurde danach von einem Vorarbeiter ins Krankenhaus gefahren, wo sie um 8.30 Uhr verstarb.

Der Bayerische Rundfunk hat die Anfrage an die Staatsanwaltschaft Landshut am Dienstagnachmittag gestellt, Mittwochvormittag kam die Antwort. Der Besitzer des Gemüsehofs hat sich auf BR-Anfrage bisher nicht geäußert.

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