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Staatsanwalt: Maria Baumer wurde mit Beruhigungsmittel betäubt | BR24

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Nach mehr als sieben Jahren ist der Mordfall Maria Baumer möglicherweise gelöst. Der damalige Verlobte des Opfers wurde heute erneut festgenommen. Geholfen hat den Ermittlern die moderne Labor-Technik.

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Staatsanwalt: Maria Baumer wurde mit Beruhigungsmittel betäubt

Im Fall der im Jahr 2013 tot gefundenen Maria Baumer haben die Ermittler erneut den ehemaligen Lebensgefährten verhaftet. Er sitzt in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft gab bekannt, dass Baumer mit einem Beruhigungsmittel betäubt wurde.

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Im Fall der im Jahr 2013 tot aufgefundenen Oberpfälzerin Maria Baumer haben die Ermittler neue Erkenntnisse präsentiert und ihren damaligen Verlobten verhaftet. An den sterblichen Überresten von Maria Baumer wurde das Beruhigungsmittel Lorazepam nachgewiesen, das auch unter dem Namen Tavor bekannt ist. Das erklärte die Staatsanwaltschaft Regensburg bei einer Pressekonferenz.

Rückstände von Lorazepam an Haarbüschel gefunden

Bei Sichtung von Krankenakten fanden die Ermittler demnach keine Hinweise, dass Maria Baumer das Medikament freiwillig eingenommen hat. Möglicherweise wurde sie also betäubt. Die Menge an Lorazepam, die Maria Baumer verabreicht wurde, ließ sich mit den Spuren nicht mehr nachweisen, so die Ermittler. Unklar ist demnach, ob Maria Baumer an einer Überdosis Lorazepam starb, oder ob sie anderweitig getötet wurde.

Indizien auf dem Computer des Beschuldigten gefunden

Fest steht für die Ermittler: Baumers damaliger Verlobter hatte als Pfleger im Bezirkskrankenhaus Zugang zu Lorazepam, der auch nicht näher kontrolliert worden sei, so die Staatsanwaltschaft in der Pressekonferenz. Auf dem Computer des Verhafteten stellten die Ermittler fest, dass er im Internet nach den Stichworten "Lorazepam", "lethale Dosis" und "der perfekte Mord" gesucht hatte. Die Ermittler sprechen zudem von "manipulativem Verhalten" des Verdächtigen nach dem Verschwinden von Maria Baumer. Der Beschuldigte schweigt weiterhin. Er hatte die Tat stets bestritten.

Damaliger Verlobter war schon früh im Visier der Ermittler

Die Polizei verdächtigte ihn bereits früher, Baumer getötet zu haben. Der Verlobte saß 2013 einige Wochen in Untersuchungshaft. Der Mann musste aber freigelassen werden, weil der Tatverdacht gegen ihn nicht bewiesen werden konnte. Anfang 2018 wurde das Verfahren vorerst ohne Ergebnis eingestellt.

Jetzt Vorwurf auf Mord mit den Merkmalen der Heimtücke

Der jetzige Vorwurf der Ermittler lautet auf Mord mit den Merkmalen der Heimtücke und niedriger Beweggründe. Der Beschuldigte wurde am Mittwoch verhaftet. Wesentliche Teile der Anklage seien bereits vorbereitet, erklärte die Staatsanwaltschaft. Sie will die Ermittlungen bis Ende Februar 2020 abschließen. Zu diesem Zeitpunkt sei auch mit einer Anklage zu rechnen.

Maria Baumer war 2012 spurlos verschwunden

Im Jahr 2012 war die damals 26-jährige Maria Baumer aus Muschenried im Landkreis Schwandorf spurlos verschwunden. Über ein Jahr später fanden Pilzsammler ihre sterblichen Überreste im Kreuther Forst bei Bernhardswald im Landkreis Regensburg. Am Opfer wurden Spuren von Löschkalk gefunden, der Verwesungsprozess beschleunigen kann. Der ungeklärte Tod der damals frisch gewählten Landesvorsitzenden der Katholischen Landjugendbewegung berührte viele Menschen.

Ehemaliger Verlobte wegen sexuellen Missbrauchs 2016 verurteilt

Der ehemalige Verlobte von Maria Baumer war bereits im Dezember 2016 vom Landgericht Regensburg zu zwei Jahren wegen Kindesmissbrauchs und Körperverletzung auf Bewährung verurteilt worden. Bei den Ermittlungen im Todesfall Maria Baumer hatten sich Hinweise hinsichtlich der sexuellen Übergriffe auf den damals 13-jährigen Domspatzen ergeben.