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Staatsanwälte prüfen 100 Missbrauchsfälle im Erzbistum München | BR24

© picture-alliance/ dpa

Silhouette des Münchner Frauenkirche.

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    Staatsanwälte prüfen 100 Missbrauchsfälle im Erzbistum München

    Die Münchner Staatsanwaltschaft überprüft systematisch Missbrauchsvorwürfe gegen rund 100 Personen - allesamt katholische Priester des Erzbistums München und Freising. Die Überprüfungen sollen demnächst noch ausgeweitet werden.

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    In der großen Missbrauchsstudie der Deutschen Bischofskonferenz wurden Tausende Fälle erfasst, in denen katholische Geistliche beschuldigt wurden, Minderjährige missbraucht zu haben. Viele, vermutlich die meisten Fälle wurden nie strafrechtlich verfolgt. Im Erzbistum München-Freising werden deshalb 100 Missbrauchsfälle noch einmal von Staatsanwälten überprüft.

    Fünf Aktenordner mit rund 100 Verdächtigen

    Mitte Januar bekam die Staatsanwaltschaft München Post von der katholischen Kirche: Fünf Aktenordner mit Fällen, in denen es Missbrauchsvorwürfe gegen Priester des Erzbistums München-Freising gibt. Der Leitende Oberstaatsanwalt Hans Kornprobst spricht von rund 100 Verdächtigen, relativiert aber diese Zahl: Rund 60 Priester seien bereits verstorben, viele weitere Fälle verjährt. Das Erzbistum hat Personalakten ab dem Jahr 1946 auf Anhaltspunkte für Missbrauch durchforstet. 13 Fälle wurden bereits strafrechtlich verfolgt.

    "Es zeichnet sich jetzt schon ab, dass allenfalls in sehr wenigen Fällen die Einleitung eines Strafverfahrens in Betracht kommt." Oberstaatsanwalt Hans Kornprobst

    Die Prüfung der Akten wird mehrere Wochen dauern. Allerdings soll die Überprüfung ausgeweitet werden. Die Kirche habe angekündigt, auch Akten "aus dem nichtpriesterlichen Bereich" zur Verfügung zu stellen.

    Ordinariate treffen keine Vorauswahl

    Das Vorgehen der Staatsanwaltschaft München entspricht dem mit den bayerischen Diözesen verabredeten Verfahren. Diese stellen Listen mit allen erfassten Missbrauchsfällen zusammen. Die Entscheidung, ob ein Fall noch einmal überprüft wird und ob Akten angefordert werden, trifft die zuständige Staatsanwaltschaft. Die Ordinariate treffen keine Vorauswahl. Die bayerischen Bistümer haben für die deutschlandweite Missbrauchsstudie ihre Personalakten auf mögliche Missbrauchsfälle untersucht.