BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© BR
Bildrechte: BR

Bei minus 15 Grad hat eine 20-jährige Obdachlose am frühen Morgen im Freien ein kleines Mädchen im Stadtgraben geboren. Drei Nürnberger Bundespolizeibeamte leisteten nach der überraschenden Geburt Hilfe.

13
Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Geburt bei Eiseskälte: Jugendamt nimmt Kind in Obhut

Das Neugeborene, das eine junge Frau am frühen Morgen im Nürnberger Stadtgraben bei minus 15 Grad zur Welt gebracht hat, wird vom Jugendamt in Obhut genommen. Laut Sozialreferat ist dies als vorläufige Maßnahme geplant.

13
Per Mail sharen
Von
  • BR24 Redaktion
  • Simone Schülein

Es war die bisher kälteste Nacht des noch jungen Jahres in Nürnberg: Bei minus 15 Grad hat eine 20-jährige Obdachlose am frühen Morgen im Freien ein kleines Mädchen im Stadtgraben geboren. Drei Nürnberger Bundespolizeibeamte leisteten nach der überraschenden Geburt Hilfe. Ein Rettungsdienst brachte Mutter und Kind in eine Klinik.

Kind kommt in Obhut des Jugendamts

Wie die Stadt nun mitteilt, nimmt das Jugendamt das Baby in Obhut. Die Inobhutnahme ist laut Barbara Fuchsloch vom Sozialreferat der Stadt eine vorläufige Maßnahme, um das Wohl des Kindes zu sichern. Mutter und Kind befinden sich derzeit noch im Krankenhaus. Der Sozialdienst des Klinikums steht laut Fuchsloch in engem Kontakt mit der Mutter. Nun sei die Frage, wie es für Mutter und Kind sinnvoll weiter gehen kann. Ziel ist es, das Kind bei der Mutter zu lassen – sofern es keinen Schaden nimmt. Die einzelnen, konkreten Möglichkeiten werden in den nächsten Tagen besprochen.

Baby bei Eiseskälte in Schlafsack gehüllt

Am frühen Morgen war bei der Bundespolizeiinspektion Nürnberg ein Notruf eingegangen, dass bei einer Frau im Nürnberger Frauentorgraben die Geburt im Gange sei. Zwei Streifen suchten sofort den Stadtgraben ab und fanden gegen 5 Uhr die 20-Jährige zusammen mit ihrem Begleiter auf einem Lüftungsgitter nahe der U-Bahnstadion Opernhaus.

© BR-Studio Franken
Bildrechte: BR-Studio Franken

Eine junge Frau hat im Nürnberger Stadtgraben bei minus 15 Grad ein Kind zur Welt gebracht.

Das Kind hatte bereits das Licht der Welt erblickt. Die Frau schützte sich und ihr Neugeborenes notdürftig mit einem Schlafsack vor der eisigen Kälte. Die Beamten alarmierten den Babynotarztwagen der Johanniter, der wenige Minuten später eintraf. "Das wichtigste ist natürlich unser Inkubator. Damit halten wir die Babys warm", erklärte Carsten Döring, Rettungsdienstleiter der Johanniter in Nürnberg und: "Der Wärmeverlust für den kleinen Menschen stellt das größte Risiko dar." Der Rettungsdienst brachte die junge Mutter mit ihrem Neugeborenen in eine Nürnberger Klinik.

Hilfsangebote für Mütter mit Kindern

Gerade aufgrund der eisigen Temperaturen derzeit und dieser außergewöhnlichen Geburt auf der Straße, weist die Stadt nochmals ausdrücklich auf ihre Hilfsangebote für Menschen ohne festen Wohnsitz hin. Auch für Frauen und Mütter gebe es zielgerichtete Angebote, heißt es in einer Mitteilung. So biete das Sozialamt mit dem Haus für Frauen in der Großweidenmühlstraße einen geschützten Wohnraum mit separatem Mutter-Kind-Bereich. Die betroffenen Frauen könnten dort Beratung und individuelle Hilfe bekommen.

Weitere Anlaufstellen für Mütter mit Kindern: Das Haus für Frauen in Not der Caritas, das Übergangshaus für Mutter und Kind der Rummelsberger Dienste und die Frauenpension der AWO. Für Frauen in Notsituationen stünden zudem Beratungsstellen wie "das FrauenZimmer – Tagestreff für Frauen in Notlagen, der Krisendienst Mittelfranken, Lilith e.V., der Sozialdienst katholischer Frauen oder Treffpunkt e.V. zur Verfügung.

Aktuelle Notplätze für Frauen biete die Stadt in der Hermann-Etage, sie werden über das Haus Großweidenmühlstraße vermittelt, dass rund um die Uhr erreichbar ist.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!