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Spezialitäten: "Schneidersfleck" aus dem Landkreis Ansbach | BR24

© BR/Claudia Mrosek

"Schneidersfleck" - Spezialität aus dem Landkreis Ansbach

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Spezialitäten: "Schneidersfleck" aus dem Landkreis Ansbach

Hinter dem Begriff "Schneidersfleck" verbirgt sich ein luftig-lockeres Hefegebäck. Das wird im Raum Feuchtwangen im Landkreis Ansbach entlang der "Romantischen Straße" zubereitet. Aber hat tatsächlich ein Schneider etwas mit dem Gebäck zu tun?

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In der Küche von Sabine Bittel in Seiderzell bei Feuchtwangen duftet es nach Hefeteig und warmer, zerlassener Butter. Die gelernte Köchin und hauswirtschaftliche Betriebsleiterin arbeitet bei den Landwirtschaftlichen Lehranstalten Triesdorf im Bereich "Ernährung und Hauswirtschaft" und sie weiß, wie ein "Schneidersfleck" zubereitet wird: "Also man kann sich das vorstellen wie ein Hefe-Zupfgebäck, das heißt, wenn das gebacken ist, kann ich das auseinanderreißen und jeder hat sein Stückchen."

Aufwändige Zubereitung

Ein zu einem Rechteck ausgerollter, fingerdicker Hefeteig wird, mit einem Teigrad in Stücke so groß wie Geldscheine geschnitten. In viel zerlassener, noch etwas warmer Butter werden die Teigstücke dann einzeln gewendet und gerne auch noch in einer Zucker-Zimt-Mischung gewälzt.

Die werden dann hochkant und in Reihen in eine Auflaufform gestellt. "Immer ein bisschen versetzt, sodass das hinterher richtig schön fransig wird", so Sabine Bittel. Nach dem Backen in der Röhre ist der saftige Hefeteig der "Schneidersfleck" von einer krossen, buttrigen Kruste umhüllt.

Billiges aber nahrhaftes Essen

Bäuerin Martha Emmert kann sich noch gut daran erinnern, als es in ihrer Kindheit in den 1960er Jahren "Schneidersfleck" regelmäßig zum Mittagessen gab: "Also die waren unsagbar gut. Wenn die aus dem Rohr gekommen sind, dann hat’s einen Kaffee dazu gegeben und dann hat jeder sein Stück (...) zugeteilt gekriegt. Vorher hat’s eine Kartoffelsuppe gegeben und dann hat’s das praktisch als Hauptgericht und als Nachspeise gegeben."

Noch lauwarm, locker und luftig hat die Oma von Martha Emmert "Schneidersfleck" auf den Tisch der Großfamilie gebracht - ein billiges aber sehr nahrhaftes Essen: "Ich weiß, dass es das als Frühstück vor dem Schlachten gegeben hat. Da hat man eine gute Unterlage gebraucht und da hat’s Schneidersfleck gegeben," erzählt Bittel. Inzwischen backt man "Schneidersfleck" gerne an Fasching, aber im Prinzip auch das ganze Jahr über.

Herkunft des Namens führt zu Spekulationen

Zur Herkunft des Namens hat Sabine Bittel folgende Vorschläge: "Ein einfaches Essen, vielleicht hat’s das oft beim Schneider gegeben. Anderseits natürlich die Form ist ja prädestiniert, dass man an einen Schneider denkt und "Fleck", wo er auf seine Kleidung aufgebracht hat. Oder die dritte Möglichkeit ist natürlich dieses Ausschneiden dieser Flecken, dieses Rädeln, das ist natürlich auch eine Bewegung vom Schneider, sozusagen." Was nun stimmt? Darüber lässt sich beim Genuss von "Schneidersfleck" hervorragend spekulieren.

💡 Rezept für "Schneidersfleck"

Zutaten für den Hefeteig:

750 g Mehl (Typ 405 oder 550)

1 Prise Salz

375 ml Milch

1 ½ Päckchen Trockenhefe

100 g Zucker

3 Eier

Extra:

150 bis 200 g Butter, in Pfanne zerlassen

Zimt-Zucker-Mischung oder auch Puderzucker

Zubereitung:

Aus den oben genannten Zutaten einen Hefeteig zubereiten und den Teig mindestens 30 Minuten gehen lassen.Den Teig auf einer bemehlten Fläche fingerdick ausrollen und mit einem Teig-Rad in etwa 10 bis 15 geldschein-große Stücke schneiden.Die Teigstücke in der zerlassenen, leicht abgekühlten Butter wenden.Wer will, kann die Teigstücke auch noch in einer Zimt-Zucker-Mischung wälzen.Dann die Teigstücke in eine etwa 30x20 Zentimeter große Reine (Backform) dachziegelartig einsetzen.Ggf. noch restliche geschmolzene Butter darüber geben.Den Teig nochmals gehen lassen.Im der Backröhre bei 180 Grad auf unterer Schiene circa 40 Minuten goldbraun backen.Etwas abkühlen lassen und aus der Form nehmen.Wer keine Zimt-Zucker-Mischung mit verbacken hat, kann die „Schneidersfleck“ noch mit Puderzucker bestreuen.Die „Schneidersfleck“ schmecken noch lauwarm, aber auch ganz ausgekühlt sehr gut!

© BR

Hinter dem Begriff "Schneidersfleck" verbirgt sich ein luftig-lockeres Hefegebäck. Das wird im Raum Feuchtwangen im Landkreis Ansbach entlang der "Romantischen Straße" zubereitet. Aber hat tatsächlich ein Schneider etwas mit dem Gebäck zu tun?