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Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD)
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Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD)

Reiter sprach sich im Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" für einen Fonds aus, über den sich Anleger an Münchner Wohnungen beteiligen können. Diese sollen dann nicht zu Höchstpreisen vermietet werden.

Wohnungsgenossenschaften als Vorbild

Zuletzt habe die Stadt München verstärkt ihr Vorkaufsrecht ausgeübt. Dadurch seien beispielsweise im vergangenen Jahr 366 Wohnungen in öffentlichen Besitz gelangt. "Wir können aber nicht alles kaufen, vielmehr sollten sich die Münchner ihre Stadt zurückkaufen", sagte Reiter dem Nachrichtenmagazin. Als Vorbild sieht der Münchner Oberbürgermeister das Modell von Wohnungsgenossenschaften, die auch die Verwaltung kollektiv finanzierter Wohnungen übernehmen könnten.

Erhaltungssatzung soll Luxussanierungen verhindern

Reiter plädiert auch dafür, die sogenannte Erhaltungssatzung auf das gesamte Stadtgebiet auszuweiten. Diese Vorschrift gilt bisher für bestimmte Bereiche der Stadt. Sie garantiert unter anderem mehr Mieterschutz und gibt der Stadt ein Vorkaufsrecht für Wohnungen.

Mietspiegel 2019: Preise steigen weiter

Für Normalverdiener sind Wohnungen in München kaum mehr zu finanzieren. Die Kaufpreise liegen inzwischen bei mindestens 4.000 bis 12.000 Euro pro Quadratmeter, wie die Vorsitzende des Landesverbandes Bayern des Deutschen Mieterbundes, Beatrix Zurek, mitteilte.

Entsprechend sieht der eben veröffentlichte neue Mietspiegel der Stadt München für 2019 aus. Die Bestandsmieten sind im Vergleich zu 2017 um 4,1 Prozent auf nun 11,69 Euro pro Quadratmeter gestiegen. OB Reiter kündigte einen "echten" Mietspiegel für München, in dem auch Mieten berücksichtigt werden sollen, die seit vielen Jahren stabil seien, sowie jene von geförderten Wohnungen. Die seit langem geforderte bundesweite Reform des Mietspiegels habe die Regierung bislang nicht in die Wege geleitet, klagte Reiter.

Mietspiegel soll neu berechnet werden

Passend dazu berichtet ebenfalls der "Spiegel", dass der Mietspiegel, aus dem sich die Obergrenze für Mieterhöhungen ableitet, künftig anders berechnet werden soll. Demnach haben sich Bundesjustizministerin Barley (SPD) und Bundesinnenminister Seehofer (CSU) auf eine Reform geeinigt. Bei der Berechnung der ortsüblichen Vergleichsmiete sollen künftig die vergangenen sechs Jahre herangezogen werden. Bislang sind es vier Jahre.

Der explosionsartige Anstieg der Mieten in der jüngeren Vergangenheit dürfe die Berechnung des Mietspiegels nicht dominieren, hieß es. Stattdessen solle die langfristige Entwicklung der Mieten zum Maßstab werden. Die ortsübliche Vergleichsmiete ist wichtig, weil die Miete nur bis zu dieser Obergrenze erhöht werden darf.