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Die Spendenbereitschaft nach der Würzburger Messerattacke ist weiter groß.

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    Spendenbereitschaft nach Würzburger Messerattacke weiter enorm

    "Würzburg zeigt Herz" – und spendet an den gleichnamigen Verein Geld für die Opfer und Hinterbliebenen der Messerattacke in der Stadt. Rund 200.000 Euro sind so bereits zusammengekommen. Die Hilfsbereitschaft ist immer noch ungebrochen.

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    Von
    • Anke Gundelach

    Nach der Messerattacke vom 25. Juni in Würzburg ist die Hilfsbereitschaft der Menschen für die Opfer und Hinterbliebenen ungebrochen. Beim Verein "Würzburg zeigt Herz" gingen weiter Spenden aus ganz Deutschland ein, sagte dessen stellvertretende Vorsitzende und dritte Bürgermeisterin von Würzburg Judith Jörg heute dem Bayerischen Rundfunk.

    Besonders die Kinder liegen den Würzburgern am Herzen

    Sie schätzt, dass mittlerweile eine Summe von rund 200.000 Euro zusammengekommen sein dürfte. Viele der Zuwendungen seien für das elfjährige Mädchen bestimmt, dessen Mutter im Kaufhaus am Würzburger Barbarossaplatz von dem Angreifer getötet wurde. Etliche Spenderinnen und Spender wollten aber auch speziell einem 16-jährigen Jugendlichen helfen, der bei dem Angriff – so wie das Mädchen – schwer verletzt wurde.

    Schon vor gut einer Woche waren rund 1.300 Einzelspenden eingegangen. Vier Ehrenamtliche des Vereins teilen sich die Arbeit, um alles korrekt abzuwickeln. Laut Judith Jörg hat "Würzburg zeigt Herz" Kontakt mit dem Finanzamt und einem Steuerberater aufgenommen, um sicherzustellen, dass das Spendengeld auch wirklich ausschließlich den Geschädigten zugutekommt und nicht von Dritten anderweitig verwendet werden kann.

    Spendenbereitschaft übertrifft die Erwartungen bei Weitem

    Mit einem derart hohen Spendenaufkommen hatte der Verein anfangs bei weitem nicht gerechnet. Ziel war es zunächst, rund 15.000 Euro zusammenzubekommen, um Traumatherapien zu finanzieren. Nachdem nun viel mehr Geld vorhanden ist, müssen Kriterien festgelegt werden, wer Hilfen erhalten soll, für welche Zwecke und in welcher Höhe. Eine Familie, die Zeuge der schockierenden Attacken wurde, hatte zum Beispiel um Geld für eine Fahrt nach Norwegen gebeten, wo ihre Tochter lebt. All dies stellt den jungen Verein vor völlig neue Herausforderungen.

    Gegründet hatte sich "Würzburg zeigt Herz" im Jahr 2019 als Reaktion auf die Fälle von Kindesmissbrauch durch einen Würzburger Logopäden. Es ging vor allem darum, für die betroffenen Familien da zu sein und ein Zeichen zu setzen. Mit den eingenommenen Spendengeldern wurde unter anderem der Verein Wildwasser unterstützt, der damit Gewaltopfern unter die Arme greifen konnte. Jetzt erleben die Ehrenamtlichen allerdings eine nie dagewesene Welle der Hilfsbereitschaft und haben dementsprechend alle Hände voll zu tun.

    Vorwürfe der AfD zurückgewiesen: Spenden erreichen Opfer vollständig

    Ruhig geworden ist es in diesem Zusammenhang unterdessen um den AfD-Kreisverband Würzburg. Der hatte kürzlich auf Facebook behauptet, dass die Spenden nicht zu 100 Prozent an die Opfer und Hinterbliebenen des Messerangriffs gehen würden. "Würzburg zeigt Herz" hatte dies auch im BR als völlig haltlos und unwahr zurückgewiesen.

    Bei dem Messerangriff am 25. Juni in Würzburg sind drei Frauen getötet und mehrere Menschen schwer verletzt worden. Mutmaßlicher Täter ist ein 24-jähriger Somalier. Polizisten konnten ihn durch einen gezielten Schuss ins Bein stoppen und festnehmen.

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