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Spendenaktion für St. Johannis in Würzburg läuft schleppend | BR24

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Die markanten Türme der St. Johannis-Kirche sind marode. Um eine Sanierung zu finanzieren hat die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde eine Spendenaktion gestartet. Die Zwischenbilanz fällt jedoch ernüchternd aus.

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Spendenaktion für St. Johannis in Würzburg läuft schleppend

Die markanten Türme der St. Johannis-Kirche sind marode. Um eine Sanierung zu finanzieren hat die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde eine Spendenaktion gestartet. Die Zwischenbilanz fällt jedoch ernüchternd aus.

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Im Volksmund wird sie oft "Batman-Kirche" genannt. Die Kirche St. Johannis fällt vor allem wegen ihrer markanten Türme ins Auge. Genau die sind jedoch marode. Deshalb hat die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde St. Johannis Anfang Juli eine Spendenaktion gestartet. Motto: "Ihr Beitrag wird spitze!" Die bisherige Spendensumme liegt allerdings niedriger als erhofft.

Spendenaktion bringt nur Bruchteil der erhofften Summe

Wie Pfarrer Jürgen Reichel dem Bayerischen Rundfunk sagte, seien bisher 10.000 Euro an Spendengeldern eingegangen. In ihren Finanzplanungen sieht die Kirchengemeinde aber 375.000 Euro an Spenden vor. Das Gesamtvolumen der nötigen Sanierung beträgt 1,5 Millionen Euro. Deshalb soll die Spendenaktion nun "noch einmal angekurbelt" werden, sagt Reichel. Schließlich sei die Kirche das evangelische Wahrzeichen der Stadt.

Die Aktion sieht vor, dass Spender mit unterschiedlichen Geldbeträgen als Paten für die neu anzubringenden 1.560 Stein- und Schieferplatten an den Türmen in Erscheinung treten. Der geringste Spendenbetrag schlägt mit je zehn Euro für die Sandsteinplatten an der Turmbasis zu Buche. Für einen der beiden Dokaeder auf den Spitzen der Kirchtürme fallen je 7.500 Euro an.

Förderung in Aussicht

Ein Lichtblick kommt laut Reichelt jedoch vom Landesamt für Denkmalpflege. Die habe der Kirche jüngst nach einem Ortstermin den Status als "Baudenkmal mit nationaler Bedeutung" in Aussicht gestellt. Dadurch könnte die Gemeinde eine noch nicht bezifferte Förderung erhalten. Mit den Argumenten der Denkmalpfleger im Gepäck, so Reichelt, wolle man außerdem einen neuen Vorstoß bei der Stadt Würzburg starten. Die hatte eine finanzielle Förderung der Sanierung vor zwei Jahren abgelehnt.

Der Sanierungsbedarf an den beiden Türmen ist groß. Die Befestigung der Natursteinplatten ist etwa kaputt und muss erneuert werden. Eine Untersuchung aus dem Jahr 2016 zeigt außerdem, dass die Halte-Anker der Steinplatten völlig verrostet sind und nur noch durch den Mörtel gehalten werden. Deshalb muss die Steinverkleidung entfernt und mit Edelstahl-Ankern neu angebracht werden. Unklar ist bisher, ob die bisherigen Steinplatten wiederverwendet werden können. Auch die Dachplatten an den oberen Hälften der Spitztürme müssen runter. Sie enthalten Asbest und sollen durch Schieferplatten ersetzt werden.

Kirche St. Johannis 1895 eingeweiht

Mit ihren beiden schlanken Spitztürmen ist die Sankt Johanniskirche in Nähe der Würzburger Residenz weithin sichtbar und das evangelische Wahrzeichen der Stadt. St. Johannis ist die erste Kirche, die von den evangelischen Christen Würzburgs selbst erbaut wurde. Die Türme der 1895 geweihten Kirche wurden nach dem Bombenangriff vom 16. März 1945 nicht mehr originalgetreu aufgebaut. Stattdessen wurden ihnen zwei schlanke und 60 Meter hohe Spitzen übergestülpt.