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SPD und Grüne fordern Notfallplan gegen Häusliche Gewalt | BR24

© dpa/picture-alliance/Francois Destoc

Symbolbild: Häusliche Gewalt

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    SPD und Grüne fordern Notfallplan gegen Häusliche Gewalt

    Die Corona-Pandemie beschränkt das öffentliche Leben. Durch die gestiegene Nähe zu Hause könnten sich Konflikte verstärken - das befürchten Opferschutzverbände, Mitarbeiter von Beratungsstellen und Politiker. Sie fordern deshalb einen Notfallplan.

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    Aufgrund der derzeit geltenden Ausgangsbeschränkungen müssen Familien aktuell näher zusammenrücken. SPD und Grüne in Bayern fordern deshalb dringend einen Notfallplan "Häusliche Gewalt" vom Freistaat. Die Staatsregierung solle sich auf einen möglichen Ansturm hilfesuchender Frauen vorbereiten, teilten SPD und Grüne mit. Die beiden Landtagsfraktionen haben die Staatsregierung aufgefordert, einen Notfallplan zum Schutz von Opfer häuslicher Gewalt zu erstellen und zusätzliche Gelder bereitzustellen. Die Frauenhäuser in Bayern seien auch in Nicht-Krisenzeiten schon nahezu ausgelastet, sagte Lydia Dietrich, Geschäftsführerin der Frauenhilfe München dem Bayerischen Rundfunk.

    Beratungsstellen bleiben trotz Corona-Krise weiterhin offen

    Das Sozialministerium verweist auf BR-Anfrage auf die Beratungsstellen von Städten und Gemeinden. Wer zu Hause bedroht werde, solle sich zunächst dorthin wenden: telefonisch oder per Mail. Die Beratungsstellen für Opfer häuslicher Gewalt blieben trotz der Corona-Krise auch weiterhin geöffnet, so das Sozialministerium.

    "Selbstverständlich kann trotz der geltenden Ausgangsbeschränkungen die eigene Wohnung verlassen werden, um Hilfsangebote aufzusuchen. Wir haben ein gut funktionierendes, flächendeckendes Netz an allgemeinen, niedrigschwelligen Beratungsangeboten wie Ehe- und Familienberatungs- stellen sowie Erziehungsberatungsstellen." Carolina Trautner, bayerische Sozialministerin

    Sozialministerium prüft Maßnahmen

    In Extremfällen, wenn zum Beispiel ein gewalttätiger Mann die gemeinsame Wohnung auf Polizeianordnung hin verlassen muss, dies aber wegen der Ausgangsbeschränkung nicht geht, prüft das Sozialministerium, inwiefern zusätzliche Unterbringungskapazitäten geschaffen werden können. Geklärt werden sollen in dem Zusammenhang auch Finanzierungsfragen.

    Deutschlandweit stehen 33 staatlich geförderte Fachberatungsstellen für von häuslicher Gewalt betroffene Frauen sowie das Bundeshilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" unter der Nummer 08000 116 016 zur Verfügung.

    Auch via Online-Beratung unterstützen die Beratenden dort Betroffene aller Nationalitäten, mit und ohne Behinderung. Die Unterstützung ist anonym, kostenlos und findet an 365 Tage im Jahr rund um die Uhr statt.

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