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SPD: Kita- und Schul-Schließungen in Bayern vermeiden | BR24

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    SPD: Kita- und Schul-Schließungen in Bayern vermeiden

    In zwei bayerischen Landkreisen sind schon alle Kitas und Schulen geschlossen - die SPD-Fraktion warnt nun vor weiteren "Lockdowns für die Jüngsten". In Regionen mit hohen Corona-Zahlen dürften Schulen und Kitas nicht automatisch geschlossen werden.

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    Von
    • Petr Jerabek

    Nach dem Berchtesgadener Land hat mit Rottal-Inn heute ein zweiter Landkreis sämtliche Kitas und Schulen vorübergehend geschlossen - wegen hoher Corona-Zahlen in der Region. Der bayerische SPD-Fraktionschef Horst Arnold appelliert daher an die bayerische Staatsregierung, in Kommunen mit einer hohen Inzidenz nicht automatisch alle Bildungseinrichtungen zuzusperren.

    Es müssten alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden, um Kitas und Schulen in Bayern so lange wie möglich offen zu halten, forderte Arnold: "Zum Wohle der Kinder und Jugendlichen, zur Verhinderung weiterer Bildungsungerechtigkeiten, aber auch im Sinne der Eltern, die Planungssicherheit im Arbeits- bzw. Erwerbsleben brauchen." Der SPD-Politiker mahnte, es dürfe "keine allgemeine Schließungsdynamik" bei Schulen und Kitas geben.

    Arnold warnt vor psychische Belastungen

    Der SPD-Fraktionsvorsitzende warnte in diesem Zusammenhang auch vor psychischen Belastungen und familiären Konfliktsituationen, die durch die weitere Schließung von Kitas und Schulen entstünden. Solche "Lockdowns für die Jüngsten" dürften deshalb nur das letzte Mittel sein.

    Arnold stellte nach eigenen Angaben am Montag eine Anfrage zum weiteren Vorgehen der Staatsregierung. Er verlangt Auskunft darüber, ob sie daran festhalte, Kitas und Schulen auch bei weiteren regionalen Lockdowns nicht von den Schließungen auszunehmen.

    Vor dem Start ins neue Schuljahr hatte bereits Grünen-Landtagsfraktion der Staatsregierung eine schlechte Planung in der Bildungspolitik vorgeworfen. Grünen-Bildungsexpertin Gabriele Triebel betonte damals: "Unterricht muss in Pandemiezeiten anders organisiert werden. Smart Distancing-Maßnahmen wie vermehrter Einsatz von Schulbussen, versetzte Anfangszeiten und Konzepte für Gruppenteilungen müssen vor der Einführung der Maskenpflicht im Unterricht stehen."

    Söder: Bei bestimmten Schwellenwerten wird Distanzunterricht wohl nötig

    Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte kürzlich weitere Einschränkungen bei Schulen nicht ausgeschlossen. Ziel der Staatsregierung sei, Schulen und Kitas "so lange wie möglich" offen zu halten, sagte er der "Mittelbayerischen Zeitung". "Aber bei bestimmten Schwellenwerten wird es schwer sein, nicht in den Distanzunterricht zu wechseln." Um welche Schwellenwerte es sich dabei handeln könnte, erläuterte Söder in dem Interview nicht, betonte aber: "Jedem muss klar sein: Wir sind einem zweiten Lockdown näher, als wir glauben."

    Um Schulschließungen im Freistaat zu verhindern, braucht es nach Meinung Söders "die Maske im Unterricht". Der Ministerpräsident betonte: "Mehr Maske heißt mehr Unterricht." Auch in seiner Regierungserklärung im Bayerischen Landtag am Mittwoch hatte Söder betont: "Mehr Maske erlaubt mehr und längeren Präsenzunterricht." Weniger Maske führe schneller zu Distanzunterricht und Schulschließungen.

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