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SPD kritisiert Grabsteine aus Kinderarbeit | BR24

© BR/Vera Cornette

Billige Grabsteine stammen teilweise aus Kinderarbeit in asiatischen Steinbrüchen. Seit drei Jahren sollen sie in Bayern nicht mehr aufgestellt werden. Allerdings ist das entsprechende Gesetz nicht verbindlich und wird deshalb kaum umgesetzt.

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SPD kritisiert Grabsteine aus Kinderarbeit

Billige Grabsteine stammen teilweise aus Kinderarbeit in asiatischen Steinbrüchen. Seit drei Jahren sollen sie in Bayern nicht mehr aufgestellt werden. Allerdings ist das entsprechende Gesetz nicht verbindlich und wird deshalb kaum umgesetzt.

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Vor knapp drei Jahren hat der Freistaat ein Gesetz beschlossen, das dafür sorgen sollte, dass auf bayerischen Friedhöfen keine Grabsteine aus Kinderarbeit mehr aufgestellt werden. Allerdings steht in dem Gesetz, dass der Friedhofsträger solche Regelungen treffen kann, aber nicht muss.

Die meisten Gemeinden halten sich nicht an Vorgabe

Das Ergebnis: Nur jede sechste Gemeinde in Bayern hat eine solche Satzung zur Verhinderung von Grabsteinen aus Kinderarbeit. Das geht aus einer Anfrage von SPD-Landespolitiker Markus Rinderspacher hervor.

"Nun ist es an den Kommunen für Rechtssicherheit zu sorgen. Und die bayerische Staatsregierung sollte nochmal bei den Kommunen werben, dass das Gesetz auch dementsprechend umgesetzt wird." Markus Rinderspacher, SPD

Gemeindetag: Meist keine Herkunft nachweisbar

Doch Gemeindetagspräsident Uwe Brandl verweist darauf, dass kaum nachvollzogen werden kann, wo die Steine herkommen. Denn in den wenigsten Fällen gebe es Zertifikate, sondern meist nur eine Selbstauskunft des Herstellers.

"Sie haben keine Möglichkeit zu kontrollieren, ob das aus Kinderarbeit stammt oder nicht. Und weil es dieses administrative Problem gibt, sagen viele: Bevor wir ein Placebo erlassen, lassen wir lieber gleich die Finger davon." Uwe Brandl, Gemeindetagspräsident

Keine Änderung in Sicht

Die Staatsregierung schreibt in ihrer Antwort auf Rinderspachers Anfrage, dass sie keinen Druck auf die Gemeinden ausüben werde. Denn jede Gemeinde darf selbst bestimmen, ob sie sich eine solche Satzung gibt oder nicht. So steht es im Bestattungsgesetz.

© BR

Auch Grabsteine werden im Ausland von Kindern hergestellt. 2016 hatte der Landtag beschlossen, dass Kommunen die Aufstellung von solchen Grabsteinen verbieten können. Wie eine SPD-Anfrage zeigt, wenden nur wenige Städte und Gemeinden das Gesetz an.