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Nach Nahles-Rücktritt: Hoffen und Bangen bei der SPD-Basis | BR24

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In Germering bei München stellt die SPD immerhin acht von 40 Stadträten. Der Ortsverein ist zuletzt sogar von 120 auf 130 Mitglieder gewachsen. Aber jetzt ist die kämpferische Vorsitzende weg. Arne Wilsdorff hat die Genossen getroffen.

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Nach Nahles-Rücktritt: Hoffen und Bangen bei der SPD-Basis

Beispiel: Germering bei München. Hier stellt die SPD immerhin acht von 40 Stadträten. Zuletzt ist der Ortsverein sogar gewachsen. Nach dem Rückzug von Andrea Nahles sind die Germeringer Genossen geschockt, aber auch optimistisch. Ein Stimmungsbild.

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Der warme Frühsommerabend kann die Stimmung nicht heben – Andrea Nahles' Rücktritt von allen Parteiämtern geht den SPDlern unter die Haut. Harald Müller, 77-jähriges Germeringer SPD-Vorstandsmitglied, schimpft deshalb auf Genossen, "die Weltmeister sind, wenn es darum geht keine Kompromisse zu schließen, sondern – wie jetzt gerade wieder – eine Vorsitzende so lange madig zu machen, bis sie sagt, macht euren Dreck alleene". Müller wünscht sich: "Die SPD muss sich einfach einmal wieder daran erinnern, dass sie von ihrem Ursprung her eine solidarische Partei ist."

SPD-Mitglied: "Es sind genug junge Leute da"

Genau das meint auch der 62-jährige Michael Lerch. Er betont, die SPD müsse sich aber jetzt vor allem verjüngen. "Da gibt's immer Hoffnung, keine Frage. An der Basis wird ja viel gearbeitet. Da kann es auf jeden Fall wieder nach oben gehen. Ideen sind genug da. Und genug junge Leute sind da. Die muss man nur in die Verantwortung holen."

"Es wäre schön, wenn sich die Älteren auch mal zurückziehen." Michael Lerch, SPD-Mitglied aus Germering

Die 26-jährige Jussra Zamani ist seit drei Jahren bei der Germeringer SPD. "Ich wünsche mir mehr Unterstützung, auch von den Älteren. Dass man uns das Vertrauen gibt, dass wir da was bewirken können. Dann würden sich auch die Jüngeren mehr angesprochen fühlen."

Ökologie als wichtiges Thema

Warum gerade die jungen Wähler trotzdem nicht für die SPD stimmen oder ihr Kreuz lieber bei den Grünen machen, liegt für Helmut Lindauer an der Kommunikation. Er sagt: "Die SPD ist mit den Themen sehr gut aufgestellt: die Grundsteuer, die Grundrente, das Thema Mieten – nur das Marketing dazu passt nicht."

Die Germeringer SPD-Stadträtin Saskia Schon findet dagegen sehr wohl, dass die SPD das Thema Ökologie stärker spielen müsste. "Sie muss nicht direkt grüner werden. Aber das ist ein wichtiges Thema, bei dem wir uns auf alle Fälle auch platzieren sollten."

Wie steht es um die Große Koalition?

Die SPD-Übergangsführung aus Malu Dreyer, Manuela Schwesig und Thorsten Schäfer-Gümbel begrüßen die Germeringer SPDler. Außerdem wünschen sie sich einen baldigen SPD-Parteitag, der auch die Zukunft der Großen Koalition besprechen soll. Klaus-Peter Müller will die Groko aber möglichst bald beenden. Er sagt: "Ich bin der Meinung, dass das totgelaufen ist und dass es immer schwieriger wird, einen gemeinsamen Nenner zu finden."

Die Frage ist aber, wer statt Andrea Nahles SPD-Chef oder -Chefin werden soll, oder ob es gar eine Doppelspitze geben könnte. Die Germeringer Genossen haben noch keine Favoriten.

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Autor
  • Arne Wilsdorff
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