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© BR / Martin Breitkopf
Bildrechte: Chris Baumann

Zur Fastenzeit werden an der Lindenallee von Bichl nach Benediktbeuren die Bäume geschmückt. Für die Aktion wurden eigens Paten gesucht und gefunden. Und die kommen bis aus Kochel. Jeden Tag steht ein Baum unter einem anderen Motto.

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Spazieren, Nachdenken, Teilen – auf dem "Fastenweg" bei Bichl

Eine Linden-Allee verbindet die Orte Bichl und Benediktbeuern im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen. Hier entsteht bis Ostern ein "Fastenweg". Jeden Tag wird ein neuer Baum geschmückt – ein Gemeinschaftsprojekt.

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Von
  • Chris Baumann

Auf Alkohol, Süßigkeiten oder das Smartphone verzichten: Das verstehen die meisten Menschen unter "Fasten". Fasten mal anders, das geht im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen: Hier wird ein Spazierweg unter einer Linden-Allee zum "Fastenweg" umgestaltet.

Die schattige Allee verbindet die Orte Bichl und Benediktbeuern und darf nur von Fußgängern und Fahrradfahrern benutzt werden. Mit dem direkten Blick auf Herzogstand und Heimgarten lädt sie immer zu einem Spaziergang ein – bis Ostern besonders: Denn jeden Tag bekommt ein neuer Baum einen Schmuck. 42 Stationen werden es insgesamt sein.

Für jeden Baum gibt es Paten

Die Idee zum Fastenweg hatten Lilly Schöffmann und Christina Schmid, Initiatorinnen der Aktion „Bichl miteinander“. Die beiden haben über ihre Homepage, soziale Medien, Aufsteller an der Lindenallee und Mund-zu-Mund-Propaganda nach Patinnen und Paten gesucht – und sie gefunden. Sie wollen, „dass jeder mit seiner Familie, mit seinem Partner hier spazieren gehen kann und hier die Fastenzeit a bisserl erleben kann, ohne die Sorgen, die man momentan hat, großartig mit sich herumzutragen“ sagt Lilly Schöffmann.

Bäume mit kirchlichen Themen

Neben Privatpersonen und Vereinen beteiligt sich auch die örtliche katholische Kirche als Pate beim Fastenweg. Die Sonntage und die Karwoche werden von Diana Ruf mitgestaltet, die sich ehrenamtlich in der Pfarrei engagiert: "Eine Geschichte wird für Kinder aufbereitet und dann mit Mitnehmsachen und Bastelsachen ansprechend gestaltet“, erklärt sie. Thematisch sind die Geschichten angelehnt an die entsprechenden Fastensonntage in der Bibel. Ihr erstes Thema war "Jesus in der Wüste".

Schmetterlinge, Spiegel, Denkanstöße

Jeder Baum hat ein anderes Motto. Am Schmetterlingsbaum schweben aus Karton gebastelte verschieden farbige Schmetterlinge hoch über dem Weg. Der Spiegelbaum reflektiert das Sonnenlicht: Ein Paravent aus dunklem Holz ist rund um den Stamm fest gemacht. Darauf sind große und kleine runde Spiegel angebracht und verschiedene Sprüche zum Nachdenken oder Schmunzeln. „Wenn man eine Pechsträhne hat, dann soll man die umfärben“ sagt Patin Evi Sziedat.

Ein Baum zum Teilen

Die Initiatorinnen Christina Schmid und Lilly Schöffmann sind natürlich auch Baumpatinnen. Ihr Motto ist "Teilen", wie auf einem roten Schild am Baum zu lesen ist. Darunter hängt eine große schwarze Tafel, auf der jeder seinen Spruch zum Teilen aufschreiben darf. Lilly Schöffmann hat den Anfang gemacht: „Glück ist das einzige, was sich verdoppelt, wenn man es teilt."

Die Idee kommt gut an

Die Spaziergänger bleiben immer wieder stehen und sind begeistert von der Idee. Max Eberl aus Bichl etwa findet es gut, dass hier auch an die Umwelt gedacht wird: "Umweltschutz ist ganz wichtig." Am "Plastikfasten-Baum" hängt ein Fischernetz, in dem die Fischen hängen und Plastik sinnbildlich im Meer schwimmt.

Umweltschutz ist auch den Initiatorinnen des Fastenwegs wichtig: Sie haben alle Patinnen und Paten unter anderem darauf hingewiesen, dass sie ihre Dekorationen nicht mit Nägeln oder Reißzwecken an den Bäumen befestigen dürfen, um diese nicht zu verletzen.