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Spatzi ist kein Spezi: Brauerei aus Wunsiedel löst Streit aus | BR24

© picture alliance/Nicolas Armer/dpa

Wird künftig wohl nicht mehr produziert: das Spatzi aus Schönbrunn.

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    Spatzi ist kein Spezi: Brauerei aus Wunsiedel löst Streit aus

    Eine Brauerei aus Wunsiedel hat ihrem Cola-Mix-Getränk einen Namen verpasst, der nicht jedem schmeckt. Das Brauhaus Riegele aus Augsburg will nun dagegen vorgehen, dass neben dem Spezi künftig das Spatzi im Getränkeregal steht.

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    Spezi ist ein guter Kumpel, Spatzi die Liebste – und beides sind Namen für eine Mischung aus Cola und Orangenlimonade. Noch. Denn die Brauerei Lang-Bräu aus dem Wunsiedler Ortstteil Schönbrunn muss ihr Getränk nun umtaufen.

    Der Name Spatzi löst Provokation aus

    "Spatzi - Don't call it Spezi" lautet der Slogan für den neuen Cola-Mix der Brauerei. Übersetzt bedeutet der Spruch so viel wie "Spatzi - Nenn es nicht Spezi". Eine kleine Provokation sei es schon gewesen, räumt Richard Hopf ein. Aber dass der Slogan gleich so wortwörtlich genommen wird, hätte der Geschäftsführer der Brauerei Lang-Bräu nicht gedacht.

    Spezi droht mit einstweiliger Verfügung

    Gerade einmal einen Tag stand Spatzi in den Supermarktregalen, als Hopf nach eigener Schilderung eine Nachricht bekam. Das Brauhaus Riegele aus Augsburg, das Spezi schon in den 1950er Jahren schützen ließ, drohte mit einer einstweiligen Verfügung. Der Name sei ihrer Marke zum Verwechseln ähnlich. Man wollte keinen Angriff starten, beteuert Hopf. In der siebten Generation brauen sie in Wunsiedel nun schon Bier, jetzt wollten sie eben eine eigene Limonade entwickeln.

    "Wir haben einfach erkannt, dass es trendig, kultig wird. Wir wollen auch was Alkoholfreies in der Bierflasche anbieten." Richard Hopf, Geschäftsführer der Brauerei Lang-Bräu

    Brauerei Lang-Bräu wird von Patentanwalt beraten

    Ein halbes Jahr hätten sie an der Rezeptur getüftelt, mit einer PR-Agentur den Slogan entwickelt und sich auch von Patentanwälten beraten lassen. Zumindest bei Spatzi hätten die Anwälte keine Probleme gesehen. "Der Name steht einfach für eine Person, die man gern mag. Für was Süßes, Vollmundiges", meint Rudolf Hopf, der als Bruder ebenfalls in der Familienbrauerei mit anpackt. Also meldeten sie "Spatzi - don't call it Spezi" als Wort- und Wort-Bild-Marke an.

    Markenamt prüft keine Kollision mit anderem Marken

    Bei der Anmeldung werde zwar kontrolliert, ob alle Voraussetzungen stimmen. "Das Markenamt prüft jedoch grundsätzlich nicht eine Kollision der angemeldeten Marke mit einer älteren Marke", erklärt Fachanwalt Arthur Kempter von der Kanzlei Hild & Kollegen. Am Ende sei es oft Auslegungssache. Auch im Fall von Spezi und Spatzi.

    Getränk Spatzi soll nicht mehr produziert werden

    "Wir versuchen, gerichtliche Auseinandersetzungen zu vermeiden", betont Priller vom Brauhaus Riegele. Acht Brauereien dürfen Spezi abfüllen – aber nur gegen eine Lizenz. Mit Almdudler, das nach eigenen Angaben seit drei Jahren die österreichischen Markenrechte für Spezi hat, einigte man sich am Ende außergerichtlich. Auch mit Lang-Bräu verhandelten die Anwälte eine Unterlassungserklärung: Die Brauerei darf noch ihre Bestände aufbrauchen, dann muss sie die Produktion unter dem Namen einstellen. "Eine extrem faire Lösung", findet Priller.

    Lang-Bräu umgeht Gerichtsprozess

    "Wir sind geschockt, dass uns die Brauerei Riegele einen Riegel vorschiebt", sagt dagegen Rudolf Hopf. "Aber wir haben leider keine Kriegskasse." Ein Prozess würde mindestens zwei Jahre dauern, in der Zeit müssten sie das Getränk vom Markt nehmen. Also unterschrieben sie die Erklärung, hängten alle Plakate ab und löschten jede Werbung im Internet. Selbst die T-Shirts, die die Brauerei mit dem Slogan hat bedrucken lassen, sind längst geschreddert.

    Brauerei sucht in sozialen Netzwerken nach neuem Namen

    "Jetzt stehen wir wieder ganz am Anfang", sagt der 36-Jährige, der Spatzi nicht mehr in der Öffentlichkeit erwähnen darf. Unter dem Hashtag #verbotengut sucht die Brauerei in den sozialen Netzwerken aber schon werbewirksam nach einem neuen Namen.

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