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Bayern

Spatenstich für Wasser- und Energie-Institut an Hochschule Hof | BR24

© BR / Annerose Zuber

Das neue Institut für Wasser- und Energiemanagement an der Hochschule Hof im Modell – im Jahr 2023 soll es fertig sein.

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    Spatenstich für Wasser- und Energie-Institut an Hochschule Hof

    An der Hochschule Hof beginnt heute der Bau des neuen Instituts für Wasser- und Energiemanagement (iwe). Eigentlich hätte es schon 2018 fertig sein sollen. Die Bürokratie in Bayerns Behörden stand dem aber im Weg, klagt Hochschul-Präsident Lehmann.

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    Nach jahrelanger Planung setzt Wissenschaftsminister Bernd Sibler (CSU) heute an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hof den Spatenstich für das neue Institut für Wasser- und Energiemanagement (iwe). Voraussichtlich ab 2023 sollen hier rund 30 Wissenschaftler und Techniker anwendungsorientiert neue Geräte und Techniken rund um die Zukunftsthemen Energieeinsparung und –speicherung sowie Wasseraufbereitung entwickeln.

    Umsetzung wurde in den Behörden verschleppt

    In die Freude über das neue Institut mischt sich bei Hofs Hochschul-Präsident Jürgen Lehmann auch Frust und Ärger. Denn eigentlich hätte das iwe bereits 2018 fertig sein sollen – und zwar als Teil des "Nordbayern-Plans", den der damalige Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) bereits 2014 verkündet hatte. Doch die Konzepte und Pläne wurden jahrelang zwischen diversen bayerischen Behörden hin- und hergereicht, kritisiert der Hochschul-Präsident im BR-Gespräch mit deutlichen Worten:

    "Über die Abläufe bin ich sehr verärgert. Beim Staat bauen ist eine etwas anstrengende Angelegenheit durch viele Gremien und Organisationen. Es ist völlig sinnlos und das Einzige, was wirklich damit vernichtet wird, ist Geld, nämlich Steuergeld. Wir könnten längst fertig sein, wenn wir andere Strukturen hätten. Und ich hoffe, dass sich die Politik jetzt endlich aufrafft und sagt, es muss sich grundlegend ändern. Wir als Hochschulen wollen ein eigenes Baurecht – wir können das." Jürgen Lehmann, Präsident Hochschule Hof

    In der angewandten Wissenschaft fehlen Professoren

    Diese Forderung werde er beim Spatenstich mit Wissenschaftsminister Sibler erneut wiederholen, so Lehmann. Gleichzeitig betont der Hofer Hochschul-Präsident, dass der überwiegende Teil der 1.000 neuen Professoren-Stellen, die Ministerpräsident Markus Söder (CSU) Mitte September ankündigt hatte, nicht an den Universitäten, sondern an den Hochschulen für angewandte Wissenschaften (den früheren Fachhochschulen) eingerichtet werden müsste.

    "Wir haben in Deutschland eine Riesenlücke im Bereich anwendungsorientierte Forschung. Wenn wir jetzt nicht investieren, werden wir deutliche Rückschritte erleben", so Lehmann. Bislang sei die Brücke von der Forschung hin zur Innovation in die Industrie noch "ziemlich kläglich". Gerade deshalb seien Einrichtungen wie das neue Wasser- und Energiemanagement-Institut an der Hochschule Hof sehr wichtig.