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Sparmodell: Lehrer in den Sommerferien nicht beschäftigen | BR24

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Bayern reduziert Befristungen, schafft sie aber nicht ab

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Sparmodell: Lehrer in den Sommerferien nicht beschäftigen

Das Kultusministerium stellt klar: Für befristet angestellte Lehrerinnen und Lehrer in Bayern, die vier Wochen nach Schuljahresbeginn oder später eingestellt werden, endet der Vertrag auch künftig nach dem Schuljahr - und nicht nach den Sommerferien.

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Der Freistaat spart sich mit der Methode viel Geld: Er stellt zusätzliche Lehrer vier Wochen nach Schulbeginn oder später befristet als Vertretungslehrer ein und lässt ihre Verträge mit dem Beginn der Sommerferien enden. Die Ferien bekommen die Lehrer also nicht bezahlt. Etwa 800 bayerische Lehrer melden sich deshalb jedes Jahr Anfang August arbeitslos.

Neben Bayern ist diese Praxis nur noch in Baden -Württemberg üblich - dort sind es 1.800 Lehrer.

Auch weiterhin unbezahlte Sommerferien für viele befristet angestellte Lehrer

Der Freistaat will an dieser Politik festhalten - trotz der Kritik von Gewerkschaften und der Opposition. Das hat das bayerische Kultusministerium dem BR bestätigt.

"Da in den Sommerferien keine Vertretungen anfallen können, kann diese kleine Gruppe der kurzfristig beschäftigten Lehrkräfte auch nicht über die Sommerferien hinweg weiter beschäftigt werden." Günther Schuster, Bayerisches Kultusministerium

Zahlen nennt das Kultusministerium jedoch nicht. Immerhin will Kultusminister Michael Piazolo (FW) die Zahl dieser Lehrer mit einem Sonderprogramm zum kommenden Schuljahr reduzieren. Trotzdem wird es auch zukünftig befristete Lehrerstellen gegeben, etwa um Erkrankungen, Schwangerschaften und Elternzeiten abzufangen.

Vier-Wochen-Frist bleibt entscheidend

Dabei gilt folgende Regelung: Wer innerhalb der ersten vier Wochen nach Schulbeginn eingestellt wird, bekommt sein Geld bis Ende der Sommerferien, wer erst danach einen Vertrag bekommt, muss sich mit dem letzten Schultag weiterhin arbeitslos melden - wobei noch ein gesetzlicher Urlaubsanspruch hinzukommt.

Andere Länder andere Sitten

Bundesweit hat die Sommerferien-Arbeitslosigkeit von Lehrern dagegen in den letzten Jahren abgenommen. Früher hätten viele Bundesländer Lehrer vor den Sommerferien ausgestellt, obwohl sie wussten, dass sie sie danach wieder brauchen würden, so der Vorsitzende der Kultusministerkonferenz.

"Diese Praxis ist eigentlich mittlerweile weitgehend abgestellt, (...) was natürlich generell etwas mit der sehr positiven Arbeitsmarktsituation für Lehrkräfte zu tun hat." Alexander Lorz (CDU), Vorsitzender der Kultusministerkonferenz

Nur Baden-Württemberg und Bayern sind laut der Lehrergewerkschaft GEW "weiter absolut hartnäckig", diese Länder seien praktisch "nicht umstimmbar." Als gutes Beispiel nennt die GEW-Bundesvorsitzende Marlies Tepe dagegen Rheinland-Pfalz: Dort gilt seit diesem Schuljahr die Regelung, dass alle Vertretungslehrer, die vor dem 1. März eines Jahres einen Vertrag abgeschlossen haben und mindestens bis Schuljahresende beschäftigt sind, auch in den Sommerferien bezahlt werden. Laut einem Sprecher des Bildungsministeriums in Mainz ist das "ein Stück Gerechtigkeit und gibt den Lehrkräften Planungssicherheit".