BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

Sparkurs im Bistum Würzburg: Enttäuschung bei Betroffenen | BR24

© Carolin Hasenauer/BR-Mainfranken
Bildrechte: picture-alliance/dpa

Wegen der angespannten Finanzlage plant das Bistum Würzburg, vier Tagungshäuser nicht mehr zu fördern. Die Beschäftigten zeigen sich enttäuscht, und sehen keinen Grund für diesen Schritt. Sie kündigen an, die Entscheidung nicht tatenlos hinzunehmen.

Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Sparkurs im Bistum Würzburg: Enttäuschung bei Betroffenen

Wegen der angespannten Finanzlage plant das Bistum Würzburg, vier Tagungshäuser nicht mehr zu fördern. Die Beschäftigten zeigen sich enttäuscht, und sehen keinen Grund für diesen Schritt. Sie kündigen an, die Entscheidung nicht tatenlos hinzunehmen.

Per Mail sharen
Von
  • Carolin Hasenauer

Am 10. Dezember hatten die Verantwortlichen des Bistums Würzburg angekündigt, dass vier der zehn Tagungs- und Bildungshäuser der katholischen Kirche in Unterfranken wegen der künftigen massiven Sparmaßnahmen nicht weiter gefördert werden. Jetzt haben sich die 50 Beschäftigten des "Tagungszentrums Schmerlenbach" im Landkreis Aschaffenburg an den BR gewandt. In einem Schreiben formulieren Sie ihre Enttäuschung über die Entscheidung des Bistums. "Kirche für die Menschen" laute das Motto der unterfränkischen Diözese. "Sind wir Beschäftigten nicht auch als Menschen für die Kirche zu achten?", fragen sie in dem Schreiben.

Enttäuschung im Tagungszentrum Schmerlenbach

Die Beschäftigten sehen keinen Anlass für das Bistum, sich beim anstehenden Sparkurs von den Tagungshäusern zu trennen, denn es seien etliche Weichen in die positive Richtung gestellt worden: So sei etwa das Bildungsangebot ausgebaut, Teilnehmerzahlen erhöht und die Auslastung gesteigert worden. "Durch zahlreiche Zertifizierungen haben wir gelernt, mit den Ressourcen des Hauses verantwortungsvoll und bewusst umzugehen. Jeder einzelne Mitarbeiter wurde dazu animiert, nachhaltig zu wirtschaften und mit der Schöpfung gut umzugehen", heißt es in dem Schreiben.

Mitarbeiter wollen Entscheidung nicht tatenlos hinnehmen

Betroffen seien junge Auszubildende, Inklusionsmitarbeiter der benachbarten Lebenshilfe-Werkstatt, gut integrierte Flüchtlinge, Alleinerziehende und Familien. "Viele von uns arbeiten seit etlichen Jahren in Schmerlenbach. Die finanzielle Schieflage der Diözese belastet auch uns Mitarbeiter, aber wir haben alles dafür getan, dass das Tagungszentrum Schmerlenbach nicht noch dazu beiträgt, die Schieflage zu verstärken." Viele Menschen würden das Schmerlenbacher Tagungshaus auch wegen der besonderen 800-jährigen Geschichte mit christlicher Tradition schätzen. "Man kann fast behaupten, dieses Gebäude besitzt eine Seele, einen guten Geist", bringen die Beschäftigten ihre Enttäuschung zum Ausdruck. Man werde die Entscheidung des Bistums nicht tatenlos hinnehmen und habe sich bereits schriftlich an Bischof Franz Jung und die Verantwortlichen für den Sparkurs gewandt.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!