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Sparkasse schließt Filialen in Erlangen und im Landkreis | BR24

© BR/Julia Müller

Die Sparkasse schließt Filialen in und um Erlangen.

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    Sparkasse schließt Filialen in Erlangen und im Landkreis

    Immer mehr Verbraucher erledigen ihre Finanzgeschäfte online, von zuhause aus. Das hat Auswirkungen auf die Banken. Die Sparkasse schließt nun Filialen in Erlangen und im umliegenden Landkreis.

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    Von
    • Eleonore Birkenstock

    Geld abheben im Supermarkt, Überweisungen vom Handy aus: Viele brauchen keine Bankfiliale mehr, um alles rund ums Geld erledigen zu können. Daraus ziehen die Finanzhäuser ihre Konsequenzen. Die Stadt- und Kreissparkasse Erlangen, Höchstadt, Herzogenaurach will nun siebzehn Filialen schließen.

    Sparkasse: Geschäftsstellen werden zusammengelegt

    Die Entscheidung bedeutet, dass es im Stadtgebiet Erlangen und im Landkreis Erlangen-Höchstadt siebzehn Filialen weniger geben wird. Die verbleibenden Geschäftsstellen würden die Aufgabe der geschlossenen übernehmen, sagte Thomas Pickel, Sprecher der Sparkasse Erlangen. "Es werden keine Mitarbeiter entlassen".

    Mehr Online-Banking, weniger persönlicher Kontakt

    Der Vorsitzende des Sparkassen-Verbands Erlangen, Höchstadt, Herzogenaurach, Johannes von Hebel nennt unter anderem das Verbraucherverhalten als Grund für die Filialschließungen: "Die Bedürfnisse unserer Kundinnen und Kunden und damit ihr Verhalten haben sich deutlich gewandelt", so von Hebel. Inzwischen würden mehr als zwei Drittel der Kundinnen und Kunden der Sparkasse das Online-Banking für ihre Bankgeschäfte nutzen.

    Erlangens Oberbürgermeister versteht Filialschließung

    Erlangens Oberbürgermeister Florian Janik (SPD), der auch stellvertretender Verwaltungsratsvorsitzende bei dem regionalen Finanzhaus ist, sieht auch das Kundenverhalten als Grund für die Entscheidung. "Die Kunden haben mit den Füßen abgestimmt," so Janik. Es sei von dem Bankinstitut nicht zu erwarten, dass alle Filialen geöffnet bleiben, während die Kundschaft ihre Beratungen lieber von zu Hause aus erledigten, also telefonisch oder online, sagte Janik BR24.

    Entsetzen beim Erlanger Seniorenrat

    Die stellvertretende Vorsitzende des Seniorenbeirates der Stadt Erlangen, Dinah Radtke, zeigte sich über den Entschluss entsetzt. Das sei ein großer Einschnitt für das tägliche Leben, sagte Radtke dem Bayerischen Rundfunk. "Man nimmt Seniorinnen und Senioren damit etwas weg, aber auch den Menschen mit Behinderung“, so Radtke. Dabei gehe es auch um eine lebenswerte Stadt.

    "Nachvollziehbar, aber schade!"

    Die Erste Bürgermeisterin der Marktgemeinde Lonnerstadt im Landkreis Erlangen-Höchstadt, Regina Bruckmann, hält die Entscheidung der Sparkasse für wirtschaftlich nachvollziehbar. Mittlerweile könne man im Supermarkt Geld abheben, sagte Bruckmann. Dennoch findet sie es schade, dass nicht einmal ein Geldautomat in Lonnerstadt bleibe.

    Verlust für Marktgemeinde Lonnerstadt

    Für den täglichen Bedarf gebe es in der Gemeinde Lonnerstadt mit 2.000 Einwohnern nun kaum mehr etwas, beklagt die Bürgermeisterin. "Wir haben den Bäcker, Metzger und Lebensmittelladen schon verloren, das kommt jetzt auch noch dazu“, so die Bürgermeisterin. Um zum nächsten Geldautomat zu kommen, müssten die Bürger nun nach Höchstadt fahren, erklärt Regina Bruckmann. "Viele Seniorinnen und Senioren sind nicht mehr so mobil".

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