Sparkassen-Logo an der Hauptgeschäftsstelle in Würzburg
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Sparkasse Mainfranken blickt auf turbulentes Jahr zurück

Steigende Zinsen, doch sinkende Vermögenswerte: Hinter der Sparkasse Mainfranken liegt erneut ein schwieriges Jahr. Der Ausblick der Bank-Chefs fällt dennoch optimistisch aus – trotz der kürzlichen Pleiten in der Schweiz und den USA.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten aus Mainfranken am .

Um die Entwicklungen zu lösen, auf die Sparkassenchef Bernd Fröhlich und sein Team in den vergangenen drei Jahren reagieren mussten, reicht das finanzmathematische Einmaleins vermutlich nicht mehr aus. "Sechs Mal in 100.000 Jahren" – so hoch beziffert der Vorstandsvorsitzende die Wahrscheinlichkeit für die Zinssprünge, die er zuletzt beobachten durfte. Insbesondere der Krieg in der Ukraine mit der daraus resultierenden, wachsenden Inflation, wirkte sich auf die Geschäfte der Sparkasse Mainfranken aus. Das spüren auch die Kunden – und sie reagieren. Zum Beispiel, indem sie wieder verstärkt altbewährte Finanzierungsmodelle nachfragen.

Bausparvertrag erlebt eine "Renaissance"

Denn durch die Abkehr der Europäischen Zentralbank von der Niedrigzinspolitik steigen auch bei den Sparkassen wieder die Zinsen. Klassische Geldanlage-Produkte wie Festgeldkonten erleben derzeit eine "Renaissance", hieß es dazu von der Sparkasse Mainfranken bei ihrer Jahrespressekonferenz am Mittwoch. Besonders deutlich sei das bei den Bausparverträgen zu beobachten. Für 338 Millionen Euro gab die Sparkasse neu abgeschlossene Bausparverträge aus – mehr als eine Verdopplung, im Vergleich zum Vorjahr.

Sparkassenchef rät zu verschiedenen Anlageklassen

Doch die gestiegene Zinssituation führte nicht dazu, dass das Geldvermögen der Kunden gestiegen wäre. Im Gegenteil: 12,8 Milliarden Euro hatten sie 2022 bei der Bank angelegt – knapp ein Prozent weniger als noch 2021. Neben Spareinlagen sanken hierbei auch die Bestände in den Wertpapierdepots. Die Sparkasse Mainfranken führt Letzteres im Wesentlichen auf die Kursrückgänge im vergangenen Jahr zurück.

Dennoch empfehlen die Vorstände, dass Kunden ihr Geld möglichst auf verschiedene Anlageklassen verteilen sollten. Konkret rät Bankenchef Fröhlich dazu über Aktiensparpläne nachzudenken: "Wenn die Wirtschaft auf lange Frist steigt, werden auch die Aktienmärkte steigen." Zwar sind Wertpapiere immer mit Risiken verbunden. Doch ein solches habe man auch bei der klassischen Geldeinlage, deren Verzinsung unter der aktuellen Inflationsrate liegt.

Sparkasse verspricht Sicherheit für Kunden

An dieser Einschätzung ändern auch die aktuellen Turbulenzen auf den Aktienmärkten nichts, sagt Fröhlich. Und er betont: Bankenpleiten wie kürzlich in den USA und der Schweiz hält er in Deutschland für unwahrscheinlich. "Weil diese Bankenpleiten in den USA und in der Schweiz strukturell ganz anders gelagert sind. Das hat mit der deutschen Bankenwelt nichts zu tun." Durch die sogenannte Institutssicherung innerhalb der Sparkassen seien bei ihren Kunden auch Vermögen von mehr als 100.000 Euro abgesichert.

Die Sparkasse Mainfranken gilt mit einer Bilanzsumme von etwa 10,8 Milliarden Euro als die viertgrößte Sparkasse in Bayern – hinter der Stadtsparkasse München, der Kreissparkasse München Starnberg Ebersberg und der Sparkasse Nürnberg. Der Gewinn lag 2022 bei etwa einer Million Euro.

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