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Im Frühjahr 2020 schnellten die Coronazahlen im Landkreis Aichach-Friedberg in die Höhe und sorgten für Schlagzeilen. Das Virus brach auf einem Spargelhof aus und infizierte Saisonarbeitskräfte. Strenge Hygienekonzepte sollen das nun verhindern.

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Wittelsbacher Land: Spargelsaison mit Corona-Angst

Im Frühjahr 2020 schnellten die Coronazahlen im Landkreis Aichach-Friedberg in die Höhe und sorgten für Schlagzeilen. Das Virus brach auf einem Spargelhof aus und infizierte Saisonarbeitskräfte. Strenge Hygienekonzepte sollen das nun verhindern.

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Von
  • Anna Klein

Es war eine turbulente Spargel-Saison im vergangenen Jahr: Plötzliche Einreisebeschränkungen für Saisonarbeitskräfte, Studierende als Aushilfen – und der Corona-Ausbruch bei einem der größten Spargelbauern im Landkreis Aichach-Friedberg.

Diskussion um Arbeitsschutz ausländischer Saisonkräfte

Der Ausbruch hatte damals eine breite Diskussion losgetreten: Welche Arbeitsschutzrechte haben ausländische Erntehelferinnen und –helfer? Wer versorgt Erkrankte, die sich bei der Saisonarbeit im Ausland anstecken? Wann und wie muss die Öffentlichkeit über einen Corona-Ausbruch innerhalb eines Betriebs informiert werden? Vor diesem Hintergrund haben die zuständigen Behörden und die Betriebe vor Ort dieses Jahr bereits vor Beginn der Spargelsaison reagiert.

Ehemalige Polizeikräfte kontrollieren Betriebe vor Ort

Das zuständige Landratsamt Aichach-Friedberg hat bereits im Februar eine eigene "Taskforce" für die Saisonarbeitskräfte einberufen. Dazu gehören neben einer Juristin, einer Hygienekontrolleurin und Gesundheitsamtsmitarbeiterinnen auch ehemalige Polizeikräfte, die beispielsweise vor Ort Kontrollen durchführen.

Hygienekonzepte entstehen schon vor der Einreise

Die Taskforce hat vor Beginn der Spargelsaison die Hygienekonzepte und Unterkünfte der Spargelbauern überprüft und bei Bedarf nachgebessert, bevor die Saisonarbeitskräfte im Frühjahr eingereist sind. 700 solcher Erntehelferinnen und –helfer aus dem Ausland sind demnach heuer im Einsatz. Nach ihrer Einreise müssen sie zehn Tage lang in Quarantäne, die nur zum Spargelstechen verlassen werden darf. Außerdem gibt es in den Unterkünften eine strenge Gruppeneinteilung, damit keine unnötigen Kontakte entstehen. "Wer zusammen arbeitet, wohnt auch zusammen", erklärt Teresa Wörle vom Landratsamt Aichach-Friedberg.

Arbeitsquarantäne für die Saisonkräfte

Nach fünf Tagen kann ein negativer PCR-Test diese Arbeitsquarantäne beenden. Die Betriebe nehmen die Unterstützung der Behörden dankend an und arbeiten gut mit, heißt es aus dem Landratsamt, bisher gingen die Konzept gut auf.

Spargelbauern wollen Infektionen verhindern

Auch die Spargelbauern beurteilen die Zusammenarbeit positiv, sagt Claudia Westner vom Spargelerzeugerverband Südbayern. Die Hygieneregeln bedeuten für die Landwirte zwar Aufwand und Kosten, doch dahinter steht ein gemeinsames Ziel: "Wir haben ja das gleiche Interesse: Infektionen zu verhindern." Obwohl die Mehrkosten auf den Spargelpreis umgelegt werden, rechnet die Spargelbäuerin aus Kühbach damit, dass der Preis nach Ostern schrittweise sinkt.

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Für die Spargelernte werden Saisonarbeitskräfte gebraucht. 2020 durften viele aus Osteuropa nicht einreisen. Heuer soll das nicht passieren. In Aichach-Friedberg setzt das Landratsamt eine "Task Force" ein, um die Ernte nicht zu gefährden.

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