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Spargelbauer Seibold: Harte Arbeit, aber Hoffnung | BR24

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Spargel- und Erdbeerbauer Stefan Seibold braucht für die Ernte Hilfe von Freiwilligen.

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Spargelbauer Seibold: Harte Arbeit, aber Hoffnung

Auf den Felder ist der Spargel bald reif, in den Gewächshäusern müssen Erdbeerpflänzchen gesetzt werden. Doch es ist kaum einer da, der die harte Arbeit erledigt. Spargel- und Erdbeerbauer Stephan Seibold aus Augsburg-Inningen hat trotzdem Hoffnung.

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Auf dem Hof von Spargelbauer Stephan Seibold steht das Telefon nicht mehr still. Täglich rufen dutzende Freiwillige bei ihm an, um ihre Hilfe bei der Ernte anzubieten. Noch sind ein paar Tage Zeit, bis der erste Spargel gestochen werden muss, nächste Woche sollte es soweit sein. Seibold ist begeistert von der Hilfsbereitschaft, doch er ist auch Realist: Mit den vielen freiwilligen Helfern wird es keine Spargelernte wie bisher.

Spargelstechen ist anstrengende Arbeit

"Spargelstechen ist eine sehr anstrengende Arbeit", weiß Seibold, "wenn die Sonne scheint, ist es noch ganz gut." Aber Spargel muss auch gestochen werden, wenn es regnet oder kalt ist. Wie seine potenziellen Helfer dann reagieren, ist offen. Wer sich durchkämpft, dem winkt neben einem schmerzenden Rücken aber auch ein sichtbares Erfolgserlebnis.

Neue Pflanzen müssen gesetzt werden

Einen halben Tag dauert es, bis ein Neuling den Umgang mit Spargelmesser und Kelle lernt und ein Gefühl fürs Spargelstechen bekommt. Doch es geht nicht nur um die Ernte. Auch neue Pflanzen müssen jetzt gesetzt werden, denn "wenn wir heuer nicht pflanzen, können wir nächstes Jahr nicht ernten." Noch sind die Gewächshäuser aber leer. Die Setzlinge für die späten Erdbeeren sind immer noch nicht eingetroffen.

© BR/Werner Bader

Neue Pflanzen müssen ebenfalls gesetzt werden. Bauer Stephan Seibold hofft auf Hilfe.

Unsicherheit bei Saisonarbeitern

Immerhin sind noch vier Saisonarbeiter auf seinem Hof, zwei aus Polen, zwei aus Rumänien. Um sie muss sich Seibold besonders kümmern. Denn eigentlich würden die Erntehelfer gern nach Hause fahren, "aber sie haben Angst, dass sie diese Saison nicht mehr zurückkommen dürfen und somit kein Geld verdienen." Mit dem Geld, das sie mit der Spargel-Ernte verdienen, ernähren viele Saisonarbeiter daheim in Osteuropa ihre Familien.

Mindestlohn für freiwillige Erntehelfer

Gezahlt wird der Mindestlohn, also 9,35 Euro in der Stunde. Für Studenten und Hilfskräfte aus Deutschland zumindest ein willkommener Zuverdienst, hofft der Landwirt. Auf seiner Internetseite hat er alle Informationen für die Freiwilligen zusammengestellt.

Für Seibold steht eine Menge Geld auf dem Spiel, doch er bleibt optimistisch: "Wir werden das schaffen. Dann pflanzen wir halt nur das, was wir schaffen und dann ist es so."