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AOK-Chefin in Bayern fürchtet um Versorgung | BR24

© AOK Bayern

Hält nichts von Spahns Plänen: Irmgard Stippler, Vorstandschefin der AOK Bayern.

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    AOK-Chefin in Bayern fürchtet um Versorgung

    Bundesgesundheitsminister Spahn will Krankenkassen, die bislang auf bestimmte Bundesländer beschränkt sind, überregional öffnen. Dadurch könnten Versicherte erheblich sparen. Die Chefin der AOK Bayern sieht jedoch deren Versorgung in Gefahr.

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    Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will, dass AOK-Versicherte nicht nur zu bundesweiten Kassen wie Techniker oder Barmer wechseln können. Sie sollen auch andere Ortskrankenkassen wählen können, die vor allem in Ostdeutschland vergleichsweise niedrige Beitragssätze haben. Wer beispielsweise 4.000 Euro brutto im Monat verdient, zahlt etwa bei der AOK Sachsen-Anhalt gemeinsam mit dem Arbeitgeber 384 Euro im Jahr weniger als bei der AOK Bayern.

    AOK-Bayern-Chefin warnt vor Wettbewerb nur über den Preis

    Einen "knallharten Preiswettbewerb" erwartet die Vorstandschefin der AOK Bayern, Irmgard Stippler, angesichts der Pläne des Bundesgesundheitsministers. "Ein Wettbewerb nur über den Preis schadet aber der Versorgung", warnt Stippler. Unterstützung bekommt sie von der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns. Deren Vorstandschef Wolfgang Krombholz sieht bei der Landes-AOK ein "regionales Know-how", über das andere Kassen nicht verfügen. Außerdem sei die AOK Bayern bislang Vorreiterin gewesen, wenn es darum ging, die Versorgung auf dem Land sicherzustellen, etwa durch eine bessere Bezahlung von Hausbesuchen.

    Experte: AOK hat mehr Gestaltungsmöglichkeiten

    Auch aus der Wissenschaft gibt es Warnungen vor einer Ausweitung des Kassenwettbewerbs. Jürgen Wasem, der an der Uni Duisburg-Essen einen Lehrstuhl für Medizinmanagement hat, findet: "Mit ihrem hohen Marktanteil hat eine AOK viel mehr Gestaltungsmöglichkeiten in einer bestimmten Region als eine bundesweit tätige Krankenkasse." Die AOK Bayern etwa hat mit rund 4,5 Millionen Versicherten einen Marktanteil von 40 Prozent.

    Die SPD werde bei den Plänen "so nicht mitmachen", sagte der Vizechef der SPD-Bundestagsfraktion und Gesundheitsexperte Karl Lauterbach. Auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat sich gegen die Pläne des Bundesgesundheitsministers ausgesprochen. Weder Bürger noch die Kassen würden von der angestrebten Zentralisierung profitieren, schrieb er in einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

    Ersatzkassen: "Unseriös und geschäftsschädigend"

    Unterstützung bekommt Spahn hingegen von vielen bundesweit geöffneten Kassen. In einer gemeinsamen Stellungnahme schreiben Ersatzkassen, BKKs und IKKs, es sei "unseriös und eine geschäftsschädigende Unterstellung" zu behaupten, dass nur die regionalen Krankenkassen eine gute Versorgung in der Fläche gewährleisten können.

    Mit dpa-Material