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Der Antisemitismusbeauftragte der Staatsregierung, Ludwig Spaenle
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Autoren

Leonie Thim
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Der Antisemitismusbeauftragte der Staatsregierung, Ludwig Spaenle

Ob Beschimpfungen im Netz oder Angriffe auf der Straße – Antisemitismus ist vielschichtig. In Bayern hat es im ersten Quartal dieses Jahres schon 43 antisemitische Straftaten gegeben. Bundesweit haben die Vorfälle zugenommen, das belegen Zahlen der Bundesregierung. Diesem negativen Trend will Ludwig Spaenle, erster Antisemitismusbeauftragter der bayerischen Staatsregierung, entgegenwirken. Seit Mai ist er im Amt.

„Es ist eigentlich schade, dass, wenn man eine Aufgabe übernimmt, dass es einen negativen Urgrund hat. Aber es geht letztlich darum, dass wir eine Kultur des Hinschauens entwickeln.“ Ludwig Spaenle

Wer sieht, dass Juden belästigt werden, kann sich demnächst per Mail oder Hotline an die Meldestelle für antisemitische Vorfälle wenden. Hier werden Betroffene beraten und alle Ereignisse registriert, ob strafrechtlich relevant oder nicht. Spaenle verspricht sich davon, "Antisemitismus in seinen Ausprägungen im Alltag sichtbar zu machen" und dadurch Ansätze zu finden, wie man dagegen vorgehen kann.

Erinnerungskultur pflegen

In Schulen soll das Thema Antisemitismus verstärkt behandelt werden. Zusammen mit der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit sollen Konzepte entwickelt werden.

Mit einer Dialogreihe an der Ludwig-Maximilians-Universität München will Spaenle außerdem die Erinnerungsarbeit fortsetzen. "Der Antisemitismus kommt mittlerweile in den unterschiedlichsten Gewändern daher und paart sich im hohen Maße mit Israelfeindlichkeit", sagt Spaenle. "Wir sind dafür verantwortlich, dass nie wieder ein Unrechtsregime wie das der Nationalsozialisten in Deutschland aufgebaut wird."

Teil seines "Zehn-Punkte-Planes" sind darüber hinaus ein israelisch-bayerisches Jugendwerk und ein ständiger Runder Tisch zum Thema Antisemitismus. Außerdem hat Spaenle vor, die Archive jüdischer Gemeinden in Bayern zu digitalisieren.

Rechtsradikales Geschmiere an Hauswand.

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