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Sozialer Wohnungsbau: Wie ist die Situation in Augsburg? | BR24

© picture alliance / Wolfram Steinberg

Auch in Augsburg werden wieder mehr Sozialwohnungen gebaut.

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    Sozialer Wohnungsbau: Wie ist die Situation in Augsburg?

    Einst war Augsburg Vorreiter im Sozialen Wohnungsbau, in den vergangenen Jahren war die Zahl der Sozialwohnungen in Augsburg aber rückläufig. Damit steht die Stadt exemplarisch für viele Großstädte.

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    Aktuell gibt es in Augsburg nur noch rund 8.000 Sozialwohnungen, vor 10 Jahren waren es noch 10.000. Die Wartelisten für diese Wohnungen sind lang, deshalb steigt die Stadt steigt jetzt wieder in den sozial geförderten Wohnungsbau ein.

    Mit dem "Reesepark" etwa errichtet die Städtische Wohnungsbaugruppe gerade rund 140 moderne Wohnungen mit Blick auf den angrenzenden Park. Entworfen hat die Anlage der Augsburger Stararchitekt Titus Bernhard, der auch die Fassade des Augsburger Fußballstadions entworfen hat und sonst eher Luxusvillen baut. Bernhard sagt aber auch, ein guter Architekt, sollte auch Sozialbau können und schöne Häuser für kleines Geld bauen.

    Diskussion rund um den Reesepark

    Nur Wohnungen zu bauen, das reicht nicht. Gegen den Augsburg Reesepark hatten die Anwohner im Viertel große Bedenken. Sie hatten Angst vor einem sozialen Brennpunkt in der direkten Nachbarschaft und davor, dass ihre neuen Wohnungen durch den Sozialbau an Wert verlieren könnten. Von Seiten der Stadt war da viel Informationsarbeit nötig, um zu erklären, dass in die geförderten Wohnungen ganz unterschiedliche Mieter einziehen werden. Bei der "einkommensorientierten Förderung“, gibt es je nach Einkommen mehr oder weniger große Zuschüsse. Von diesem Modell profitieren Hartz-4-Empfänger ebenso wie Berufsanfänger oder Familien, die Schwierigkeiten haben eine Wohnung zu finden.

    30 Prozent Wohnraum mit Sozialbindung

    Jede neue Wohnanlage in Augsburg soll künftig 30 Prozent Wohnraum mit Sozialbindung aufweisen, das will die Stadt als Selbstverpflichtung voraussichtlich im Februar per Grundsatzbeschluss festschreiben. Die SPD hat das schon lange gefordert. Der städtische Sozialreferent Stefan Kiefer ist der Ansicht, dass Augsburg derzeit sogar 50 Prozent geförderten Wohnungsbau brauchen könnte. Kiefer will jetzt auch Stiftungen oder gemeinnützige Unternehmen und die Kirchen ins Boot holen, um mehr günstigen Wohnraum zu schaffen.

    Augsburg ist aber - wie andere Kommunen auch - auf den Bund angewiesen. Der muss Fördermittel zur Verfügung stellen und die Konditionen verbessern, damit Städte wie Augsburg künftig überhaupt an Bauflächen kommen.

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