Zurück zur Startseite
Bayern
Zurück zur Startseite
Bayern

Bezahlbarer Wohnraum - die soziale Frage der Gegenwart | BR24

© BR

Mieten in München sind für Normallverdiener kaum noch bezahlbar. Doch das muss nicht so sein. Dies beweist das Wohnprojekt "Mietshaussyndikat" auf der Schwanthaler Höhe.

11
Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Bezahlbarer Wohnraum - die soziale Frage der Gegenwart

Bezahlbarer Wohnraum gilt als die soziale Frage unserer Zeit. Nach Ansicht der Opposition im Landtag hat die öffentliche Hand den Wohnungsmarkt bisher sträflich vernachlässigt. In Würzburg bemüht sich die Stadt, den sozialen Wohnungsbau anzukurbeln.

11
Per Mail sharen
Teilen

Der Freistaat Bayern erhöht die Wohnraumförderung für dieses und das kommende Jahr auf insgesamt 1,7 Milliarden Euro. "Endlich ein Schritt in die richtige Richtung", sagt der SPD-Haushaltsexperte Volkmar Halbleib aus Ochsenfurt (Lkr. Würzburg) und fügt hinzu: "Man muss sich auch überlegen, die Sozialbindung von 25 auf 40 Jahre zu verlängern, um Mieter zu schützen, die sich Wohnungen auf dem Privatsektor nicht leisten können."

Zahl der Sozialwohnungen deutlich geschrumpft

Laut der SPD-Landtagsfraktion sind weit mehr Wohnungen aus der Sozialbindung gefallen, als neue gebaut wurden. Zu wenig Fördermittel habe es in der Vergangenheit dafür gegeben, kritisiert die Oppositionspartei. Ein Fehler, der so schnell nicht wett zu machen sei: "Dass man so lange nichts gemacht hat und jetzt viel anschieben will, treibt die Baukosten hoch", sagt Halbleib.

SPD-Politiker Halbleib: weniger Bürokratie, mehr sozialer Wohnungsbau

Halbleib fordert, bestehende Standards zu hinterfragen. Außerdem spricht er sich für eine Entbürokratisierung aus, um die Baukosten zu senken. Dem Verband sozialer Wohnungsunternehmen in Bayern zufolge ist der Bestand an Sozialwohnungen in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesunken – von etwa 140.000 auf gut 100.000. 2017 war es gelungen, den Trend zu stoppen, indem wieder mehr Sozialwohnungen gebaut wurden. Mehr Sozialwohnungen könne es aber auch nur mit preisgünstigen Grundstücken geben, so der Verband sozialer Wohnungsunternehmen in Bayern.

CSU-Bauminister Reichhart: Wohnungsfrage als gesellschaftliche Aufgabe

Bayerns Bauminister Hans Reichhart (CSU) hat indes angekündigt, bis zum Jahr 2025 im Freistaat 500.000 neue Wohnungen zu schaffen. So solle verhindert werden, dass Mieten und Grundstückspreise in Bayern weiter sprunghaft ansteigen, sagte der CSU-Politiker kürzlich in der Münchner Runde im BR Fernsehen.

"Wir müssen bauen, bauen, bauen." Hans Reichhart (CSU), Staatsminister für Wohnen, Bau und Verkehr.

Der immense Zuzug in bayerische Ballungsräume wie München, Augsburg oder Nürnberg-Erlangen sei vor zehn Jahren noch nicht absehbar gewesen, so Reichhart. Die Versorgung mit Wohnraum sei eine "gesamtgesellschaftliche Aufgabe", die nun gemeinsam angepackt werden müsse.

© BR Fernsehen

Wohnen wird vor allem in den Städten immer teurer. Die Stadt Würzburg gestaltet deshalb die alte Kaserne Hubland zum Wohngebiet um. Ein kreativer Ansatz - kann das funktionieren?

Stadt als Grundstückseigentümer kann Vorgaben gestalten

In Würzburg hat sich die Stadt aktiv bei der Umwandlung eines ehemaligen US-Kasernen-Areals in einen neuen Stadtteil eingeschaltet und mit vergünstigen Grundstückspreisen den Sozialwohnungsbau angekurbelt. Die Stadt hatte das ehemalige Kasernengelände am Hubland erworben. So konnte sie dort "Wohnen für alle" ermöglichen, sagt Stadtplanerin Claudia Kaspar und erklärt: "Wir sind Grundstückseigentümer und natürlich reagiert die Stadt entsprechend mit Grundstückspreisen."

30 Prozent der Neubauwohnungen in Würzburg haben Sozialbindung

Die städtische Wohnbaugesellschaft hat als erstes davon profitiert. Sie erhielt Grundstücke in Top-Lage für vier Mehrfamilienhäuser zum günstigen Preis. Aber auch ein gewinnorientiertes Immobilienunternehmen hat in Würzburg seine erste Wohnanlage mit 75 Prozent Sozialwohnungen errichtet. Die Stadt Würzburg konnte im neuen Stadtteil Hubland durch kommunale Grundstückspolitik erreichen, dass 30 Prozent der Wohnungen eine Sozialbindung haben. Der Stadtrat schrieb die Sozialquote für alle Neubauprojekte mit mehr als 25 Wohneinheiten fest und folgte damit dem Beispiel anderer Städte im Freistaat.