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Sorge im Oberallgäu: Unter Steinböcken grassiert Gamsblindheit | BR24

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Im Allgäu macht Steinböcken zurzeit eine Krankheit zu schaffen: die sogenannte Gamsblindheit. Eine Augenkrankheit, die sich - besonders bei Hitze und Trockenheit wie in diesem Sommer - unter den Wildtieren ausbreiten kann.

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Sorge im Oberallgäu: Unter Steinböcken grassiert Gamsblindheit

Steinböcke sind Weltmeister im Klettern: Mühelos springen sie über die Felsen. Im Allgäu macht den Tieren im Moment allerdings eine Krankheit zu schaffen, die ihnen diese Leichtigkeit nimmt: die Gamsblindheit. Fachleute sind alarmiert.

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Agnes Hussek schaut sich ein Video an, das für Tierfreundinnen und -freunde nur schwer erträglich ist. Ein zusammengekrümmter Steinbock strauchelt in einem Geröllfeld. Die Wildökologin ist besorgt: "Das Tier bewegt sich sehr unsicher fort, rutscht runter - da ist schon klar: Das kann nicht gut sehen."

Das Tier hat die Gamsblindheit. Und das beunruhigt Wildökologin Agnes Hussek, denn in den vergangenen Wochen haben etwa ein Duzend Wanderer im Allgäu solche orientierungslosen Steinböcke bei den Behörden gemeldet. Manche haben es auch geschafft, die verkrusteten Augen der Tiere auf Fotos festzuhalten.

Tiere können durch Gamsblindheit für immer erblinden

So viele Fälle von Gamsblindheit: Das sei neu Oberallgäu, erläutert Hussek. Man müsse jetzt schauen, ob einzelne Tiere vielleicht schon irreparabel erblindet sind, "wo also die Augen ausgelaufen sind."

In so einem Fall müsste eigentlich ein Jäger aktiv werden, auch wenn Steinböcke in Bayern eigentlich nicht gejagt werden dürfen.

"Wenn man wirklich schwerverletzte Tiere sieht, die nicht mehr über den Winter kommen, die elendiglich zu Grunde gehen würden - da hat der Tierschutz Vorrang. Solche Tiere müssen erlegt werden, aber ansonsten sind wir froh, dass sich unsere Steinwild-Population gut aufbaut." Bernhard Striegel, Berufsjäger

Wie viele der rund 200 Steinböcke im Oberallgäu erkrankt sind, weiß man nicht. Eine Behandlung ist bei Wildtieren nicht möglich. Immerhin – bei mindestens zwei Dritteln heilt die Krankheit von alleine aus.

Wanderer sollen sich Tieren nicht nähern

Falls Wanderer infizierte Tiere sehen, sollten sie Rücksicht nehmen. Wenn erkrankte Tiere zu flüchten versuchten, so Hussek, könne es sein, dass sie wegen ihrer eingeschränkten Sehkraft abstürzen. Deshalb sollten sich Wanderer den Tieren auf keinen Fall nähern.

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