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Sophia-Prozess: Staatsanwaltschaft fordert lebenslange Haft | BR24

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Der mutmaßliche Mörder von Sophia Lösche soll lebenslang hinter Gitter. Das forderten Staatsanwaltschaft und Nebenklage vor dem Landgericht Bayreuth. Der Angeklagte soll die Studentin aus Amberg getötet und ihre Leiche in Spanien verbrannt haben.

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Sophia-Prozess: Staatsanwaltschaft fordert lebenslange Haft

Im Prozess um die getötete Sophia Lösche plädiert die Staatsanwaltschaft auf lebenslange Haft wegen Mordes. Der 42 Jahre alte Lkw-Fahrer soll die Studentin erschlagen haben, um eine zuvor begangene Körperverletzung zu vertuschen.

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Im Prozess um die getötete Studentin Sophia aus Amberg am Landgericht Bayreuth fordert die Staatsanwaltschaft lebenslange Haft wegen Mordes. Der angeklagte LKW-Fahrer habe mit den ersten Schlägen mit einem Radmutternschlüssel eine gefährliche Körperverletzung begangen. Um diese zu verdecken, habe er die 28-Jährige zehn Minuten später erschlagen mit weiteren massiven Schlägen auf den Kopf. Eine sexuelle Absicht des LKW-Fahrers sei nicht nachzuweisen gewesen, so die Oberstaatsanwältin, sie sei aber auch nicht widerlegt.

Heimliche Fotos kurz vor der Tat

Der LKW-Fahrer habe Fotos von Sophia gemacht an der Tankstelle in Schkeuditz, habe sie nur drei Minuten später angesprochen, er habe auch während der Fahrt mit einer speziellen App heimlich Fotos und Videos gemacht, zählt die Oberstaatsanwältin auf. Diese habe er nach der Tötung der 28-Jährigen auf dem Rastplatz Sperbes in Oberfranken nachts gelöscht. "Diese Fotos zeigen Sophia", daran bestehe kein Zweifel, obwohl sie technisch nicht mehr wiederhergestellt werden konnten.

"Sie gefiel ihm von Anfang an"

Es gebe eine Vielzahl von Indizien, dass der Halt in Sperbes einen sexuellen Grund hatte. "Sie gefiel ihm von Anfang an", sagte die Oberstaatsanwältin, man habe sich auf der Fahrt gut verstanden, es habe Probleme in seiner Ehe gegeben und auch die hohe Emotionalität beim Abstreiten einer sexuellen Komponente spreche dafür, führte die Staatsanwaltschaft aus. Zum Tatgeschehen selbst folgt die Staatsanwaltschaft aber den Angaben des Angeklagten. Mit den ersten Schlägen sei er "aufgrund seiner Persönlichkeitsstruktur ausgerastet", weil Sophia einen Annäherungsversuch abgelehnt habe. Dann habe er zehn Minuten außerhalb des LKW verbracht und anschließend Sophia weitere massive Schläge versetzt. Dabei sei es ihm darum gegangen, sich zu schützen und nicht für die vorangegangenen Schläge zur Rechenschaft gezogen zu werden, so die Oberstaatsanwältin.

Das Vorgehen nach der Tat

Was danach folgte, sei ein "planvolles Vorgehen der Spurenbeseitigung" gewesen: Eine tagelange Fahrt mit Stopps zum Teil im 15 bis 30-Minutentakt durch Deutschland und Frankreich, das Wegschmeißen der Kleidung, das Reinigen des LKW oder das Kaufen von Benzin.

"Sophia war nicht rettbar"

In Richtung der Nebenklage und der Verteidigung sagte die Oberstaatsanwältin deutlich: "Sophia war nicht rettbar". Weder sie selbst noch die Polizei würden eine Mitschuld tragen. Sophia habe sich zwar in eine potenziell gefährliche Lage begeben, habe aber keine Hinweise auf sexuelles Interesse gegeben. In Bayern habe es im Jahr 2018 11.780 Vermisstenmeldungen gegeben, bei einem verschwindend geringen Teil davon habe es sich um ein Gewaltverbrechen gehandelt. "Wie und ob man in Zukunft mit Vermisstenmeldungen anders umgeht, ist eine politische Sache", so die Oberstaatsanwältin. Sie beantragte lebenslange Haft wegen Mordes und gefährlicher Körperverletzung.

Weitere Plädoyers folgen

Derzeit plädiert der Vertreter der Nebenklage, also der Anwalt von Sophias Eltern. Auch er wird sich für eine lebenslange Haft aussprechen, sagte er kurz vor dem heutigen Verhandlungstag. Anschließend will auch der Bruder von Sophia, Andreas Lösche einen Schlussvortrag halten und auch die Verteidigung wird plädieren.

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Im Prozess um die getötete Sophia Lösche plädiert die Staatsanwaltschaft auf lebenslange Haft wegen Mordes. Der 42 Jahre alte Lkw-Fahrer soll die Studentin erschlagen haben, um eine zuvor begangene Körperverletzung zu vertuschen.