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Sophia-Prozess: Brandursache des Lkw nicht eindeutig zu klären | BR24

© BR / Kristina Kreutzer

Am siebten Verhandlungstag im Sophia-Prozess war vor dem Landgericht Bayreuth ein Brandexperte geladen.

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    Sophia-Prozess: Brandursache des Lkw nicht eindeutig zu klären

    Am siebten Verhandlungstag im Prozess um die ermordete Sophia ging es darum zu klären, warum der Lkw des Angeklagten wenige Tage nach dem Tod der Studentin in Brand geriet. Ein Brandexperte stellte dem Schwurgericht in Bayreuth sein Gutachten vor.

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    Vor dem Landgericht Bayreuth ist am Mittwoch der Prozess um den gewaltsamen Tod der Studentin Sophia Lösche fortgesetzt worden. Geklärt werden sollte, wie der Lkw des Angeklagten Feuer fing – fünf Tage, nachdem Sophia Lösche eingestiegen und verschwunden war. Ein Brandexperte des Landeskriminalamtes hat dem Schwurgericht sein Gutachten vorgestellt.

    Ursprung des Feuers unklar

    Zu Beginn des Verhandlungstags gab der Angeklagte an, dass ein Motorschaden dafür verantwortlich gewesen sei. Das konnte der Experte allerdings weder bestätigen noch dementieren. "Das Einzige, was für einen technischen Defekt spricht ist, dass man ihn nicht ausschließen kann", so der Brandexperte des Landeskriminalamtes wörtlich. Der knapp halbstündige Brand im Führerhaus hatte den Lkw bis zur Unkenntlichkeit zerstört und aussagekräftige Spuren vernichtet. Wo genau der Brand ausgebrochen war, könne nicht mehr gesagt werden.

    Eine 100-prozentige Aussage zur Brandursache sei demnach nicht möglich, so der Experte. Drei Möglichkeiten gebe es aber: einen technischen Defekt, Sabotage oder aber Inbrandsetzung. Für den Bruder des Opfers Andreas Lösche und den Vertreter der Nebenklage Valentin Barth ist nach dem heutigen Prozesstag allerdings klar, dass es sich nicht um einen technischen Defekt handle. "Ich bin der Meinung, dass es nur Brandstiftung sein kann. Unter anderem, weil er wenige Minuten später den Lkw austauschen sollte und spätestens dann wäre das, was in dieser Fahrerkabine los war, sichtbar geworden", so Andreas Lösche.

    Rechtsmediziner für Freitag geladen

    Der Prozess wird am Freitag fortgesetzt. Geladen ist dann ein Rechtsmediziner. Es ist wohl davon auszugehen, dass er die Angaben der spanischen Rechtsmediziner bestätigten wird. Sie hielten einen sexuellen Übergriff des Angeklagten für nicht nachweisbar. Die Anklage der Staatsanwaltschaft ging bisher von einem Sexualdelikt aus, das der Angeklagte vertuschen wollte.

    Die Rechtsmediziner haben angegeben, dass die Leiche vor der Tat stark gefesselt wurde. Fesseln an Händen und Füssen seien vor dem Tod der Studentin angelegt worden, so die Rechtsmediziner. Die Staatsanwaltschaft Bayreuth wirft dem Angeklagten 42-jährigen Lkw-Fahrer Mord vor. Er soll die Studentin im Juni des vergangenen Jahres auf einem Parkplatz an der Autobahn in Oberfranken ermordet und schließlich in seinem Lkw nach Spanien gebracht haben. Ein Urteil wird im September erwartet.