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Sophia-Prozess: Angeklagter löschte offenbar Fotos und Video | BR24

© BR / Kristina Kreutzer

Sophia-Prozess: Der Angeklagte löschte offenbar Fotos vom Handy

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    Sophia-Prozess: Angeklagter löschte offenbar Fotos und Video

    Am Landgericht Bayreuth ist heute der Fall der getöteten Studentin Sophia weiter verhandelt worden. Am sechsten Verhandlungstag wurden drei Ermittler als Zeugen geladen. Dabei ging es in erster Linie um die Auswertung des Handys des Angeklagten.

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    Im Fall der ermordeten Sophia Lösche soll der Angeklagte rund 50 Bilder und auch mehrere Videosequenzen von seinem Smartphone gelöscht haben. Und das teils wenig später nach dem Verschwinden der Studentin. Eine Rekonstruktion zahlreicher Bilder war offenbar nicht möglich.

    Anzügliche Bilder auf dem Handy

    Die Ermittler haben auf dem Handy dennoch in den Metadaten gelöschte anzügliche Aufnahmen finden können, die er wahrscheinlich von sich selbst machte. Die Bilder davon wurden wohl kurz vor dem Einsteigen der Studentin gemacht. Auch fanden sich auf dem Telefon Bilder von Frauen, die eine öffentliche Toilette an einem Rastplatz aufsuchten.

    Diese wurden vermutlich am 13. Juni 2018 – also einen Tag vor Sophia Lösches Verschwinden – aufgenommen. Der Angeklagte äußerte vor Gericht, dass er sich nicht darin erinnern könne, Bilder gelöscht zu haben. Er mache das nur manchmal, um sein Handy "zu säubern", damit seine Kinder zu Hause nicht sehen, was er auf dem Handy habe. Beim vorsitzenden Richter stieß das auf Unverständnis.

    Familie beschreibt Angeklagten als zuverlässig

    Am sechsten Verhandlungstag wurde zudem ein Zeuge der Polizei vernommen, der bei den Befragungen in Marokko dabei war. Befragt wurden dort die Ehefrau und die älteste Tochter des Angeklagten sowie der damalige Arbeitgeber und ehemalige Arbeitgeber. Sie alle beschreiben den Angeklagten als zuverlässigen, pünktlichen und ruhigen Fahrer, der nie durch Aggressionen aufgefallen sei. Der Angeklagte ist seit 2000 verheiratet und hat vier Kinder.

    Die 28-jährige Studentin Sophia Lösche wollte im Juni des vergangenen Jahres von ihrem Studienort Leipzig zu ihrer Familie nach Amberg trampen. Sie stieg bei einem marokkanischen LKW-Fahrer ein, der sie bis ins mittelfränkische Lauf mitnehmen wollte. Dort kam sie allerdings nie an. Ihre Leiche wurde Tage später in Spanien gefunden.

    Urteilsspruch voraussichtlich am 18. September

    Seit dem 23. Juli steht der angeklagte Marokkaner in Bayreuth vor Gericht. Er hat bereits gestanden, die junge Frau in Folge eines Streits getötet zu haben. Einen sexuellen Missbrauch streitet er ab, ein solcher konnte bislang auch nicht nachgewiesen werden. Noch in dieser Woche sind zwei weitere Verhandlungstage angesetzt. Am Mittwoch sollen die letzten Zeugen vernommen werden. Die Plädoyers sind für den 10. September geplant, ein Urteil soll voraussichtlich am 18. September fallen.