Eine Hand schmiert einen nackten Körperteil mit Sonnencreme ein.
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Aus Sicht des Hautarztes Andreas Wein schützen sich die meisten Menschen viel zu wenig gegen die Sonne.

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Hautarzt: Gebrauch an Sonnencreme müsste viel großzügiger sein

Eineinhalb Schnapsgläser oder etwa 30 Milliliter – so viel Sonnencreme sollte ein Erwachsener beim einmaligen Eincremen verwenden, sagt ein Hautarzt von der Uniklinik Augsburg. Er gibt Tipps und weiß, was viele Erwachsene falsch machen.

Über dieses Thema berichtet: Mittags in Schwaben am .

In den Niederlanden können Menschen in diesem Sommer an Hunderten Orten kostenlos Sonnencreme erhalten. Hautkrebs ist dort derzeit auf dem Vormarsch. Auch in Deutschland wird dazu geraten, sich mehr einzucremen. "Unser Gebrauch an Sonnencreme müsste sehr viel großzügiger sein", sagt der Hautarzt Andreas Weins, er ist Oberarzt an der Kinderklinik des Universitätsklinikums Augsburg. Weins gibt Tipps für den Sommer und verrät, warum es eine "gesunde Bräune" nicht gibt.

Tipp 1: Mehr Sonnencreme

Etwa 30 Milliliter – so viel Sonnencreme sollte ein Erwachsener beim einmaligen Eincremen verwenden. Die meisten Erwachsenen nehmen allerdings deutlich weniger, meint der Ulmer Kinder-Hautarzt Andreas Weins.

Tipp 2: Häufiger eincremen

Der Hautarzt rät dazu, nicht nur mehr Sonnencreme zu verwenden, sondern sich auch deutlich öfter einzucremen. "Wenn wir einen Tag am See sind, sollten wir uns spätestens alle zwei, drei Stunden nachcremen", so Weins, und nicht nur einmal zu Beginn des Tages. Der Grund dafür sei zum einen, dass der Eigenschutz der Haut bereits nach rund 20 Minuten in der Sonne aufgebraucht sei. Durch Bewegung, etwa beim Schwimmen, und Schwitzen, halte aber auch der Schutz der Sonnencreme nicht ewig an. "Wenn ich aus dem Wasser gehe, muss ich eigentlich nach dem Abtrocken nachlegen", so Weins.

Tipp 3: Das ganze Jahr über Sonnencreme nutzen

Der Hautarzt rät nicht nur dazu, sich an Tagen einzucremen, an denen man bewusst in die Sonne geht, sondern das ganze Jahr über und am besten jeden Tag Sonnencreme zu nutzen, auch im Frühjahr und Herbst mit niedrigerem Lichtschutzfaktor. Denn schon wenn man nur Einkaufen gehe, seien die 20 Minuten in der Sonne und damit der Eigenschutz der Haut schnell aufgebraucht. Sonnencreme sei dabei ein "Anti-Aging-Faktor", den man nicht nur aus Eitelkeit, sondern aus Hautschutz-Gründen tragen sollte.

Mythos der "gesunden Bräune"

Der Mythos der "gesunden Bräune" sei eigentlich ein Paradoxon. Denn jede Bräune sei ein Schutzmechanismus der Haut: "Da ist eigentlich schon eine kritische Phase überschritten, wo die Haut sich schützen muss und dann ist schon eine Gefahr da", sagt Weins. Der Mensch brauche die Sonne für das Wohlbefinden und für die Vitamin-D-Produktion im Körper. Man müsse aber ein Gespür für das Risiko entwickeln und sich bewusst schützen.

Besonders wichtig: Kinder eincremen

Das gelte besonders auch für Kinder. Zwar stelle er in den vergangenen Jahren fest, dass besonders beim Schutz von Kindern die Sensibilität steige, allerdings könnten viele Erwachsene noch mit einem besseren Beispiel vorangehen, was ihren eigenen Sonnenschutz angehe, sagt Hautarzt Andreas Weins.

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Nur wer genug und richtig cremt, ist gut gegen die Sonne geschützt: Unsere Tipps für Sonnencreme
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Sonnencreme - wirksamer Schutz gegen UV-Strahlung

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