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Katharina Schulze (Grüne), Markus Söder (CSU) und Hubert Aiwanger (Freie Wähler)
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Stefanie Gentner
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Katharina Schulze (Grüne), Markus Söder (CSU) und Hubert Aiwanger (Freie Wähler)

Erst die Freien Wähler, dann die Grünen: An den heutigen Sondierungsgesprächen werden auf CSU-Seite neben dem Ministerpräsidenten Markus Söder auch Fraktionschef Thomas Kreuzer, Parteichef Horst Seehofer, Ilse Aigner und Finanzminister Albert Füracker teilnehmen. Dabei sollen laut Söder Inhalte im Mittelpunkt stehen. Es gehe darum, eine Regierung für ein starkes, stabiles und freiheitliches Bayern zu bilden, so Söder. Personalfragen sollen erst ganz am Ende geklärt werden.

Freie Wähler wollen drei bis fünf Ministerien

Für die Freien Wähler werden neben Parteichef Hubert Aiwanger und seinem Vize Michael Piazolo fünf weitere Vertreter sondieren. Mit Blick auf eine mögliche Regierung mit der CSU reklamieren die Freien Wähler laut Aiwanger drei bis fünf Ministerien für sich.

Dabei blickt Aiwanger positiv in die Zukunft. Am Morgen sagte er im Interview auf B5 aktuell: "Wir können deutlich mehr umsetzen als bisher, weil wir eben nicht mehr für jede gute Idee eine Unterschriftensammlung und ein Volksbegehren starten müssen".

Aiwanger über Söder: "Wir sind nicht die dicksten Freunde"

Man werde eine Reihe von Themen auch schon in einen Koalitionsvertrag schreiben lassen - und wolle das umgesetzt sehen. Dazu gehöre, so Aiwanger, in jedem Fall die kostenfreie Kinderbetreuung. Und: "Wir lehnen die dritte Startbahn ab, wollen keine weiteren Schließungen von Krankenhäusern und streben im Bereich der Straßenausbaubeiträge deutliche Nachbesserungen an."

Aiwanger betonte, er habe mittlerweile schon "mehrmals mit Söder telefoniert". "Wir sind nicht die dicksten Freunde." Aber man sei "auf einem Level, wo man auf alle Fälle miteinander redet und man sich schon kennt und versteht". Auch ein Verhandlungspartner Horst Seehofer sei für ihn kein Problem, versicherte Aiwanger. "Ich habe mich mit ihm immer gut verstanden."

"Wir haben uns in der Vergangenheit diverse Male beharkt. Aber das gehört im politischen Tagesgeschäft dazu. Wir sind beide Profis genug, trotz der einen oder anderen Attacke gemeinsame Politik fürs Land zu machen." Hubert Aiwanger über Markus Söder

Grüne gehen selbstbewusst in Sondierungsgespräche

Bei den Grünen nehmen die beiden Spitzenkandidaten Katharina Schulze und Ludwig Hartmann teil, daneben die Bundestagsabgeordneten Toni Hofreiter und Claudia Roth und vier weitere Grünen-Vertreter. Katharina Schulze sagte im Vorfeld, die Wähler hätten die Grünen zur zweitstärksten Kraft im Land gemacht, der CSU biete sich nun die Chance, in Bayern eine Veränderung herbeizuführen.

SPD bleibt erstmal außen vor

Ob es auch noch Sondierungen zwischen CSU und SPD geben wird, ist nicht sicher: Nach einem ersten SMS-Kontakt zwischen Söder und SPD-Chefin Natascha Kohnen will der SPD-Landesvorstand erst am Sonntag darüber beraten, ob er zu Gesprächen mit der CSU bereit ist.

Katharina Schulze (Grüne), Markus Söder (CSU) und Hubert Aiwanger (Freie Wähler)

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