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Sonderregelung für Pflanzenschutz bei Zuckerrüben

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Sonderregelung für Pflanzenschutz bei Zuckerrüben

Wegen drohender Ernteverluste bei Zuckerrüben durch das Vergilbungsvirus hat Bayern eine Notfallzulassung für eigentlich EU-weit verbotene Pflanzenschutzmittel beantragt. Vom Virus besonders betroffen sind Anbaugebiete in Franken.

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Von
  • Klaus Rüfer

Das Übel zeigt sich am Grün der Zuckerrübe. Entdeckt der Bauer vergilbte Blätter, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass das Virus sich im Bestand verbreitet hat. Bei entsprechend günstiger Witterung im Winter und dem darauffolgenden Frühjahr können bereits Ende Mai oder Anfang Juni erste Infektionen mit dem Vergilbungsvirus erfolgt sein. Eingeschleppt wird der Krankheitserreger durch Blattläuse.

Mögliche Gefahr für Insekten

Die Mittel zur Behandlung von Zuckerrübensaatgut enthalten Wirkstoffe der Gruppe der sogenannten Neonikotinoide. Diese dürfen seit 2018 EU-weit grundsätzlich nicht mehr im Ackerbau verwendet werden, weil sie etwa Bienen und andere Insekten in ihrem Bestand gefährden. Doch wegen der drohenden Ernteverluste hat Bayern nun eine Notfallzulassung für Pflanzenschutzmittel beantragt.

Fränkische Bestände besonders gefährdet

In Bayern ist Franken von dem Virus besonders stark betroffen. Die Pflanzenkrankheit bedrohe von Frankreich kommend den Zuckerrübenanbau und richte erhebliche Schäden an, erklärt das Ministerium. In diesem Jahr seien im Anbaugebiet Franken auf 87 Prozent der gesamten Anbaufläche von 22.300 Hektar Vergilbungssymptome aufgetreten.

Gifteinsatz soll genau überwacht werden

Wie das Bayerische Agrarministerium betont, sollen die eigentlich in der EU verbotenen Chemikalien zur Bekämpfung des Virus nur mit einem umfassenden amtlichen Monitoring erfolgen. Insbesondere würden die Landwirte verpflichtet, alle erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen, um sicherzustellen, dass Insekten wie Bienen und andere Bestäuber nicht gefährdet werden.

Gifteinsatz auch in anderen EU-Ländern erlaubt

Eine Notfallzulassung wurde den Angaben zufolge bislang in Frankreich und der Mehrheit der EU-Mitgliedsstaaten erteilt, ebenso für das Land Nordrhein-Westfalen und für Niedersachsen. Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz hätten ebenfalls Anträge gestellt, weitere Länder würden Anträge vorbereiten.

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