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Im Impfzentrum Main-Spessart in Lohr startet eine Sonderimpfaktion. Es können 800 Bürger mit dem Impfstoff von AstraZeneca gegen das Corona-Virus geimpft werden.

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Sonder-Aktion: 800 Dosen Impfstoff für die Region Main-Spessart

Bei der Sonder-Impf-Aktion in Lohr im Landkreis Main-Spessart sind alle 800 Dosen Astrazeneca-Impfstoff weggegangen. Die Helfer im Impfzentrum haben ihre Arbeitszeit sogar verlängert, dass alle Impfwilligen ihren Pieks bekommen – auch Jüngere.

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Von
  • Sylvia Schubart-Arand
  • BR24 Redaktion

Im Impfzentrum in Lohr am Main im Landkreis Main-Spessart gab es eine ganztägige Sonder-Impf-Aktion mit 800 Dosen Astrazeneca für Erst-Impfungen. Inzwischen steht fest: Alle Dosen sind weggegangen. Die Aktion sei ein voller Erfolg gewesen, heißt es von den Helfern vor Ort. Ursprünglich sollte die Aktion nur bis 17.30 Uhr gehen. Doch die Helfer haben ihre Arbeitszeit bis 19.30 Uhr verlängert, um alle Impfwilligen impfen zu können. Das war wirklich eine Punktlandung, zieht der Leiter des Impfzentrums Florian Schüßler eine positive Bilanz.

Motto: Wer zu erst kommt, wird zuerst geimpft

Das Interesse an der Sonder-Impf-Aktion war zwar groß, vor dem Impfzentrum in Lohr hat sich eine Schlange gebildet – aber ein echter Ansturm ist ausgeblieben. Dass wirklich alle Dosen weggehen, war im Vorfeld nicht klar. Denn es gab keine Anmeldung und keine Termine. Es galt: Wer zuerst da ist, bekommt zuerst seine Dosis.

Inititiatoren sind zufrieden mit Sonder-Impf-Aktion in Lohr

Die Stimmung sei den ganzen Tag über gut gewesen. Laut Schüßler waren alle Helfer hochmotiviert, darunter viele Ehrenamtliche. Zufrieden ist auch Landrätin Sabine Sitter (CSU), die sich zusammen mit dem Landtagsabgeordneten Thorsten Schwab (CSU) um den Impfstoff bemüht hatte. Seit zwei Wochen gibt es ansonsten keine Erst-Impfungen in der Main-Spessart-Halle, weil dafür der Impfstoff fehlt.

Dem Landratsamt zufolge sollten eigentlich Personen der Priorisierungs-Gruppen 2 und 3 Vorrang haben. Doch das Organisations-Team hat sich kurzfristig umentschieden: Wer kommt und wartet, soll nicht weggeschickt werden. "Das Engagement und das Warten sollen auch belohnt werden", sagte Florian Schüßler, der Leiter des Impfzentrums.

Menschen wollen durch Impfung wieder mehr Freiheiten

Zur Sonder-Impf-Aktion sind sowohl ältere als auch jüngere Menschen gekommen. Geimpft werden konnten nur Menschen, die ihren Wohnsitz im Landkreis Main-Spessart haben. Viele wollten endlich geimpft werden, weil sie die Familie und Freunde treffen oder in den Urlaub fahren wollen, bei der Feuerwehr sind, endlich wieder ihre Freiheiten haben wollen – und nicht mehr ständig Tests machen wollen. Wartende hatten sich zum Teil für einen Termin schon beim Haus- oder Betriebsarzt registrieren lassen. Doch einer Frau etwa wurde wieder abgesagt, weil nicht genügend Impfstoff zur Verfügung stand. Deshalb wollte sie das Angebot nutzen, sagte sie zu BR24.

Geduldiges Warten auf die Impfung

Der erste Interessent, ein junger Mann Anfang 30, wartete geduldig ab 4.45 Uhr. Die nächsten folgten in kurzen Abständen. Gegen 8.00 Uhr trafen viele ein, so dass sich eine Schlange von etwa 350 Personen bildete. Die Wartenden blieben jedoch gelassen, hatten sich teilweise Sitzgelegenheiten mitgenommen – und auch ihren Laptop zum Arbeiten. Ursprünglich sollte ab 10.00 Uhr geimpft werden, doch die ersten Impfwilligen wurden bereits ab 9.00 Uhr registriert und in die Main-Spessart-Halle gelassen.

Aktuell sind fast nur noch Zweit-Impfungen möglich

Seit zwei Wochen werden im Impfzentrum in Lohr und auch in den anderen Impfzentren fast nur noch Zweit-Impfungen durchgeführt, weil kein Impfstoff für eine Erst-Impfung dort ankommt. Deshalb wollte der Landkreis die 800 Sonderdosen an diesem Freitag so unbürokratisch wie möglich abgeben. Technisch war es nicht möglich, sich dafür anzumelden. Lange Anmelde-Listen schreiben wäre den Behörden zu Folge auch zu umständlich gewesen. Deshalb wurde "einfach eingeladen". Dank Brückentag und Pfingstferien sollten auch viele Menschen die Möglichkeit haben, die Chance zu nutzen, so die Überlegung.

Ziel: Jede Dose sollte verimpft werden

Weil am Nachmittag noch Impfstoff da war, hat das Landratsamt über die sozialen Medien einen Aufruf gestartet: "Für Kurzentschlossene lohnt es sich auf jeden Fall, spontan im Impfzentrum in Lohr vorbeizukommen." Das Ziel war es, jede einzelne Dose des Astrazeneca-Impfstoffs zu verimpfen.

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